Plötzlicher Kindstod
Montag, den 15. Juni 2009 um 09:31 Uhr
Die gute Nachricht zuerst: Die Häufigkeit des plötzlichen Kindstods (oder sudden infant death syndrome, kurz SIDS) ist seit dem Anfang der 90er-Jahre, als die Rückenlage als bevorzugte Schlafposition für Säuglinge propagiert wurde, um mehr als 50 % zurückgegangen. Aber noch immer sterben jedes Jahr in Deutschland etwa 300 Säuglinge (das entspricht einem von 2 000 Säuglingen) plötzlich, unerwartet und unerklärlich im Schlaf, die meisten im Alter von zwei bis vier Monaten. Im ersten Lebensmonat ist der plötzliche Kindstod extrem selten, und auch nach dem achten Monat ist das Risiko sehr gering. Jungs sind etwas häufiger betroffen als Mädchen.
Ursachen
Dass die Rückenlage dem plötzlichen Kindstod vorbeugt, darüber sind sich die Kinderärzte einig. Trotzdem wollen manche Eltern nur ungern von der Bauchlage lassen: Manche Kinder scheinen auf dem Bauch besser schlafen zu können. Ein früher oft für die Bauchlage vorgebrachtes Argument dagegen konnte widerlegt werden: dass Babys, wenn sie erbrechen, auf dem Rücken eher ersticken würden. Die Zahlen sind hier eindeutig: Das Risiko, im Schlaf zu Tode zu kommen, ist in Rückenlage geringer. Behalten Sie die Bauchlage also für die Wachzeiten vor.
[HRE]Woher der plötzliche Kindstod kommt, ist noch immer ungeklärt, und es gibt dazu mindestens 20 Theorien. Wahrscheinlich kommt es zum plötzlichen Kindstod erst durch das Zusammenspiel verschiedener ungünstiger Faktoren, sowohl innerer als auch äußerer. So gibt es Hinweise, dass bei den Opfern bestimmte Hirnteile weniger ausgereift sind als bei anderen Kindern, und zwar gerade diejenigen Anteile im Hirnstamm, die an der Steuerung der Atmung und des Herzschlags beteiligt sind. Kommt nun ein äußerer Faktor hinzu, etwa Überwärmung, Erkältungen, Nikotin oder das Einatmen aufgestauter, d. h. verbrauchter und damit kohlendioxidreicher Luft, so versagt die lebensrettende reflektorische Anpassung. Andere Studien zeigen, dass bei einem Teil der Fälle angeborene Verzögerungen in der Reizleitung am Herzen sowie Stoffwechselstörungen eine Rolle spielen könnten. Dass Impfungen immer wieder angeschuldigt werden, ist verständlich, schließlich passieren die meisten Fälle des plötzlichen Kindstods zwischen zwei und vier Monaten, also im »ersten Impfalter«. Hinweise, dass es sich um einen ursächlichen Zusammenhang handelt, gibt es jedoch nicht. Wie vorbeugen?Die nötigen Schritte leiten sich aus dem Gesagten ab, und sie bestehen vor allem aus den drei Rs: Rückenlage
Das FazitDer plötzliche Kindstod ist zu Recht eine große Sorge aller Eltern von Säuglingen. Aber er zeigt auch, wie gut einfache, vorbeugende Maßnahmen wirken können: Eltern, die nicht rauchen, ihre Kinder stillen und auf einer festen Unterlage auf dem Rücken schlafen lassen, haben allen Grund, sich sicher zu fühlen – für diese Kinder nämlich ist der plötzliche Kindstod sehr selten. Weiterführende Informationen
Aktualisiert ( Freitag, den 02. März 2012 um 16:01 Uhr )
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