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Hodenhochstand

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 15. Juni 2009 um 10:32 Uhr
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Hodenhochstand
Ursachen
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Die Hoden entwickeln sich in der Fetalzeit im Bauchraum in der Nähe der Nieren und wandern dann in den letzten Schwangerschaftswochen durch den Leistenkanal in den Hodensack. Bei etwa 3 % der zum normalen Termin geborenen Jungen (bei FrĂĽhgeborenen sind es 30 %) allerdings glĂĽckt diese Auslagerung des Hodens bis zur Geburt nicht: Der Arzt kann bei der ersten Vorsorgeuntersuchung – einseitig oder beidseitig – keinen Hoden im Hodensack tasten. Er spricht dann von einem Hodenhochstand (oder Maldescensus testis). Der Hodensack er­scheint dann auch klein (bei einem einseitig fehlenden Hoden ist er nur auf der einen Seite klein und wirkt dadurch »schief«).
Manchmal ist der Hoden als kleine Schwellung in der Leiste zu tasten (= Leis­ten­hoden) oder aber er ist nicht auffindbar und sitzt dann in der Regel noch im Bauchraum (Bauchhoden oder Kryptorchismus).
Auch der Gleithoden ist eine Form des Hoden­hoch­stands: Der am Eingang des Hoden­sacks sitzende Hoden lässt sich zwar in den Hodensack zurĂĽckziehen, da er aber immer unter Spannung steht, rutscht er in seine zu hohe Position zurĂĽck. 

Normal: Pendelhoden

Wenn Sie Ihr Baby wickeln und einen »leeren« Hodensack bemerken (er ist dann oft auch zusammengeschrumpelt), brauchen Sie sich nicht gleich Sorgen zu machen. In einer kalten Umgebung werden die Hoden nämlich durch einen Reflex ganz weit nach oben gezogen, so dass sie nicht mehr tastbar sind. In der Wärme (etwa in der Badewanne) wandert der Hoden von selbst wieder dahin, wo er hingehört, und der Hodensack »fĂĽllt« sich sicht- und tastbar. Diese Reaktion wird Pendelhoden genannt.



Aktualisiert ( Montag, den 06. Juli 2009 um 11:19 Uhr )