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Morbus Crohn (Crohn-Krankheit)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 10:09 Uhr
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Morbus Crohn (Crohn-Krankheit)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Häufigkeit: Häufigkeit 2 von 5: Eher selten

Die zweithäufigste chronische Darmentzündung im Kindesalter ist die Crohn-Krankheit (= Morbus Crohn). Insgesamt nach wie vor seltener als die Colitis ulcerosa, nimmt die Erkrankungshäufigkeit zurzeit stetig zu, sie hat sich seit 1960 versechsfacht. Woher dieser Anstieg rührt, ist unbekannt, es wird jedoch ein Zusammenhang mit der »allzu hygienischen« heutigen Lebenswelt diskutiert. Wie bei der Colitis ulcerosa zeigt sich die Erkrankung meist erstmalig bei älteren Kindern und Jugendlichen.

Leitbeschwerden

  • Durchfälle, oft schleimig, seltener blutig, meist 3- bis 6-mal täglich
  • Immer wiederkehrende Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit
  • Gewichtsabnahme, Wachstums- und Pubertätsverzögerung
  • Bei plötzlichem Beginn kann das Beschwerdebild dem einer Blinddarmentzündung sehr ähneln, da beim Morbus Crohn oft der Übergang zwischen Dünndarm und Blinddarm betroffen ist!

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Ihr Kind länger als 3 Tage Durchfall hat.

Noch heute, wenn

  • Die Durchfälle blutig sind.
  • Ihr Kind Durchfälle mit starken Bauchschmerzen hat.
  • Zeichen der Austrocknung hinzutreten.

Das Wichtigste aus der Medizin

Ist die Ursache des Crohn bekannt?

Dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, ist bekannt. Was die Erkrankung beim einzelnen Kind jedoch auslöst, ist – wie bei der Colitis ulcerosa – unklar. Neben den Darmbeschwerden sind Gelenkbeschwerden sowie Hautveränderungen und Augenentzündungen recht häufig.

Welcher Darmabschnitt ist erkrankt?

Beim Morbus Crohn können alle Abschnitte des Magen-Darm-Traktes betroffen sein, wobei befallene und (zurzeit) nicht befallene Abschnitte miteinander abwechseln. Die ganze Darmwand ist entzündet.

Verlauf

Der Morbus Crohn verläuft chronisch-schubweise, wobei völlige Beschwerdefreiheit zwischen den Schüben selten ist. Mit den Jahren nimmt die Krankheitsaktivität meist ab.

Oft bilden sich leider Fisteln(= krankhafte Verbindungen) zwischen verschiedenen Darmabschnitten, Darm und Haut, Harnwegen oder Scheide aus. Sehr häufig sind dabei Fisteln in der Afterregion. Die Vernarbung beim Abheilen eines Entzündungsherdes kann zu Darmverengungen (= Darmstenosen) bis zum Darmverschluss führen. Bei schweren Verläufen können sich Abszesse (= abgekapselte Eiteransammlungen) im Bauchraum bilden.


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Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:58 Uhr )