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Kindliche Bedürfnisse - Gemeinsam Wachsen

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 09. Juni 2009 um 09:39 Uhr
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Kindliche Bedürfnisse
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Gemeinsam wachsen

Allerdings: Wer glaubt, dass die Familiennummer »einfach so« abläuft, aus purer hormoneller Eintracht oder einem »gemeinsamen Interesse« heraus, der irrt. Vielleicht können folgende Tipps helfen, den Stress in Grenzen zu halten:

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Entwicklung ist keine Einbahnstraße und kein Solospiel der Kinder. Es ist die ganze Familie, die sich entwickelt und wächst.
[DGK]

Auch Erwachsene brauchen Liebe – bringen Sie Ihre Partnerschaft ganz oben auf die Liste, sie ist der Motor für alles Weitere: Glückliche Eltern = glückliches Kind, so einfach ist die Gleichung. Betrachten Sie Ihre Beziehung als Naturschutzgebiet, und verteidigen Sie diesen Schutzraum mit großen Tafeln und Hinweisschildern. Auch gegen die eigenen Kinder.

Stellen Sie Ihre Welt nicht auf den Kopf – auch das Kind profitiert von einer funktionierenden Erwachsenenwelt. Wer nur die Entwicklungsschritte des Kindes feiert und sein eigenes Leben vernachlässigt, dem wird irgendwann die Kraft für das Leben mit einem Kind ausgehen. Und er oder sie wird garantiert wichtige Freunde verlieren (und schlimmstenfalls seinen Partner obendrein).

Wenn Sie Ihr Kind als »schwierig« empfinden – gehen Sie auf schonungslose Entdeckungsreise. Überforderung oder Unterforderung? Zu wenig Struktur und Vorhersehbarkeit? Zu viel Stress? Oder kommen die körperlichen Bedürfnisse zu kurz (insbesondere Schlaf und Bewegung, eventuell auch die Ernährung? Seien Sie dabei auch offen für Fragen an sich selbst. Viele Probleme von Kindern sind eigentlich Probleme ihrer Erwachsenen. Wenn ein Kind »nur Nudeln mit Ketchup« isst oder das Aufräumen partout nicht lernt, so ist das in erster Linie ein Schrei nach Emanzipation – seiner Eltern.

Weniger ist mehr – wir sagen Ihnen das aufgrund unserer Erfahrung als »Vielfacheltern«. Es ist erstaunlich, was auf einen Ausflug mit einem Baby alles nicht mitgenommen werden muss und wie viele Dinge sich aufschieben lassen, wenn Ihr Kind Sie einmal besonders braucht. Und welche Ansprüche eben nicht zu Ihren Herzensangelegenheiten gehören: Wie perfekt Ihr Haushalt sein soll, wie sauber die Kleider der Kinder sind, wie oft die Schwiegereltern eingeladen werden – setzen Sie auch hier auf »entwicklungsgerechte« Lösungen.

Vor allem – geben Sie Raum. Die Zeit mit einem Kind vergeht rasch, und auch wenn die Weiden woanders immer grüner erscheinen – sie sehen nur so aus: Konzentrieren Sie sich auf die Möglichkeiten, die ein Leben mit einem Kind eröffnet. Mit einem Kind leben kann auch heißen, die Welt durch ein zusätzliches Augenpaar sehen lernen, ihr aus einer neuen Perspektive begegnen. Es kann heißen, Wundern zu begegnen, die nie wiederkommen.

 



Aktualisiert ( Freitag, den 03. Juli 2009 um 12:54 Uhr )