Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 09. Juni 2009 um 13:01 Uhr
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Ihr Kind ist nun nicht mehr ohne weiteres mit der Welt zufrieden. Es will sie auch verstehen – mit Elan bricht Ihr Schulkind jetzt in die Welt des Geistes auf. Das Vorpreschen
des Intellekts steht dabei oft so sehr im Vordergrund, dass wir Eltern die »tieferen Schichten« des Kindes manchmal kaum mehr wahrnehmen. Nun geht es los mit Förderung und Nachhilfe, Hausaufgaben und Sportverein, Musikunterricht, und das ist einerseits gut so. Der Geist will vorwärts kommen, das Kind will seine wachsenden Fähigkeiten erproben. Andererseits wird das manchmal übertrieben, da ist es, als würden Kinder in ein Gewächshaus geschoben, des höheren Ertrags wegen.
Erfolg im Leben
Immer öfter hört das Schulkind jetzt vom »Erfolg im Leben«. Dem Schulkind wird Leistung abverlangt, und das Familienleben richtet sich vor allem nach den Erfordernissen des Schulalltags, den Hausaufgaben, den Klassenarbeiten.
Bei den Elternabenden geht es jetzt um Notenfindung und Versetzung und nicht mehr um die noch vor 1–2 Jahren heiß diskutierten pädagogischen Ziele »Umwelterkennen«, »emotionale Kompetenz« und »ganzheitliche Entwicklung«.
Wir sollten als Eltern von Schulkindern nicht vergessen, dass Erfolg im Leben nicht nur von Schulnoten abhängt. Erfolg im Leben ist immer auch ein Erfolg der Persönlichkeit, und ein Kind mit mäßigen Noten und der richtigen Persönlichkeit wird es im Leben weiter bringen als ein »Einser-Kind« mit einer problematischen Persönlichkeit. Es gibt nicht nur eine »Intelligenz des Geistes«, sondern auch eine »Intelligenz der Gefühle«, und sie beruht auf Neugier, Selbstbeherrschung und Beziehungsfähigkeit.
Aktualisiert ( Mittwoch, den 26. August 2009 um 17:05 Uhr )