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Auffällig – und trotzdem normal! - Mein Baby »spuckt«

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 10. Juni 2009 um 14:41 Uhr
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Auffällig – und trotzdem normal!
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Mein Baby »spuckt«
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Mein Baby »spuckt«

Die meisten Babys schicken nach dem Essen etwas Milch »zurück zum Absender«, und wenn das mit einem kräftigen Rülpser passiert, kann das schon einmal ein richtiger »Schwall« sein. Manche Babys verfolgen aber eher die Salami-Taktik und bringen immer wieder kleine Mengen, manchmal bis zwei Stunden nach der Mahlzeit, ans Tageslicht.
Dies liegt daran, dass der »Ventilmechanismus« am Mageneingang, der später das Zurücklaufen des Mageninhalts in die Speiseröhre verhindert, erst langsam aufgebaut wird. Dazu muss sich das Zwerchfell erst kräftigen und in einem bestimmten Winkel um den Mageneingang »festziehen«, und das dauert mehrere Monate.
Die Menge des Erbrochenen wird von vielen Eltern überschätzt – wenn Sie einen Teelöffel Milch (fünf Milliliter) auf ein Windeltuch ausleeren, so erkennen Sie warum: Es entsteht ein ziemlich großer Fleck. Selbst wenn Sie deshalb schwören könnten, Ihr Baby spucke »alles« wieder hoch – lassen Sie sich vom Gewicht Ihres Kindes überzeugen. Solange es normal zulegt, besteht kein Anlass zur Sorge.
Schwerere Formen, bei denen Kinder dann nicht gedeihen oder auch andere Probleme, wie etwa eine Blutarmut oder häufige Schmerzattacken haben, werden als »Refluxkrankheit« bezeichnet – wir haben sie auf
 besprochen.
Zur Vorbeugung: Machen Sie beim Füttern ausgiebige »Bäuerchen« und lassen Sie das Kind nicht lange nuckeln, wenn es seinen Anteil intus hat, um den Magen nicht mit Luft zu füllen. Bewegen Sie das kleine Paket nach dem Füttern vorsichtig (vielleicht wechseln Sie die Windel auch mal vor dem Essen), und legen Sie es evtl. eine Weile auf die rechte Seite, dies soll die Magenentleerung beschleunigen.
Erbricht ein junger Säugling dagegen nach dem Essen ständig im Schwall und nimmt dadurch nicht an Gewicht zu, so ist eine organische Störung wahrscheinlich, etwa eine Magenpförtnerenge.



Aktualisiert ( Dienstag, den 11. August 2009 um 16:03 Uhr )