Magenpförtnerenge
Montag, den 15. Juni 2009 um 10:21 Uhr
Wenn Babys »spuckeln« oder auch mal einen ganzen Schwall Milch wieder von sich geben, ist das meist harmlos – der Ventilmechanismus, der den Magen zur Speiseröhre hin abschließt, ist noch nicht eingespielt, so dass der Magen nach oben hin »undicht« ist . Anders bei der Magenpförtnerenge (= Pylorusstenose). Hier müssen die Babys – sie sind fast immer zwei Wochen bis drei Monate alt – nach jeder Mahlzeit den ganzen Mageninhalt wieder erbrechen. Und diese großen Verluste sieht man ihnen an: Sie nehmen innerhalb weniger Tage an Gewicht ab, und die Windel ist immer weniger feucht – dem Körper fehlt es schlichtweg an Flüssigkeit. Weil sie Durst und Hunger haben, trinken die betroffenen Babys trotz des Erbrechens zunächst gierig. Im Lauf der Tage werden sie aber immer unruhiger und schließlich apathisch. Was zu tun ist
Bei der Magenpförtnerenge kann die Milch nicht mehr vom Magen in den Zwölffingerdarm gelangen, weil der Pförtner – die im Bereich des Magenausgangs besonders starke Ringmuskulatur der Magenwand – zu eng ist. Abhilfe schafft eine Spaltung des Rings durch eine Operation.
[GRA]Jetzt ist es höchste Zeit, das zugrunde liegende Problem zu beseitigen, und zwar durch eine Operation. Bei der Magenpförtnerenge hat sich nämlich ein um den Magenausgang herumgeschlungener Muskelring (der sog. Magenpförtner oder lateinisch Pylorus), so sehr verdickt, dass er den Magenausgang zusammendrückt. Die Nahrung kann nun nicht mehr in den Darm gelangen, sondern staut sich im Magen an – so lange, bis der Druck im Kessel zu hoch ist und die Milch explosionsartig nach oben befördert wird. Gehen Sie deshalb mit Ihrem Baby zum Arzt, wenn es immer wieder schwallartig nach dem Trinken erbricht und kein Gewicht zulegt. Er macht dann meist eine Ultraschalluntersuchung (oder überweist Ihr Kind dazu in die Klinik), die den verdickten Pförtner nachweist. Bei der Operation wird der Pförtner in Längsrichtung durchtrennt – der zu enge »Ring« wird sozusagen gesprengt. Diese auch als Pylorotomie bezeichnete Operation kann heute auch laparoskopisch durchgeführt werden, also durch teleskopartige Instrumente, die ohne großen Bauchschnitt in den Bauchraum eingeführt werden. Warum die Pylorusstenose 5-mal häufiger Jungs betrifft als Mädchen und zudem bei Erstgeborenen häufiger ist, ist unbekannt.
Aktualisiert ( Montag, den 06. Juli 2009 um 11:17 Uhr )
© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München |


