Netzathleten Partner

Lungenentzündung (Pneumonie) - Das Wichtigste aus der Medizin

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 14:25 Uhr
Beitragsseiten
Lungenentzündung (Pneumonie)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
Alle Seiten

Das Wichtigste aus der Medizin

Wie entsteht eine Lungenentzündung?

Am häufigsten sind die infektiösen Lungenentzündungen (= erregerbedingten Lungenentzündungen) . Bei vorher gesunden Kindern beginnen diese oft ganz harmlos mit einem Infekt der oberen Luftwege und einer Bronchitis. Eine Lungenentzündung entsteht, wenn die Erreger auf die Nachbarschaft der Bronchien und schließlich auf das Lungengewebe übergreifen. Auch bei manchen klassischen Kinderkrankheiten kann eine Lungenentzündung komplizierend hinzutreten.

Warnzeichen ist in allen Fällen, dass sich die Infektion nicht »wie normal« bessert, sondern langsam schlimmer wird oder es Ihrem Kind nach zwischenzeitlicher Beschwerdebesserung wieder schlechter geht.

Seltener befallen Bakterien, z. B. Pneumokokken, von Anfang an das Lungengewebe. Diese Erkrankungen beginnen meist plötzlich mit hohem Fieber und heftigen Krankheitszeichen.

Teils lange anhaltendes Fieber mit Kopfschmerzen, allerdings mit wenig oder sogar ohne Husten, kennzeichnet die Mykoplasmen-Pneumonie (Mykoplasmen sind besonders kleine Bakterien), die meist Schulkinder betrifft.

Kinder mit vorbestehenden Erkrankungen der Atemwege und der Lunge oder Kinder mit einer allgemeinen Abwehrschwäche sind besonders gefährdet, eine Lungenentzündung zu bekommen, nicht nur durch die genannten Keime, sondern darüber hinaus auch durch solche Bakterien oder Pilze, die normalerweise keine Erkrankungen hervorrufen. Auch wenn ein Fremdkörper eine der vielen Bronchien verlegt, kann in dem nun abgeschlossenen (und damit nicht mehr zur Selbstreinigung fähigen) Lungenbereich eine Lungenentzündung entstehen (so genannte Aspirationspneumonie).

Nicht-infektiöse Lungenentzündungen können beispielsweise durch allergische Mechanismen entstehen (mehr hierzu unter Allergien)oder im Rahmen mancher rheumatischer Erkrankungen auftreten. Sie sind aber insgesamt weit seltener als infektiös bedingte Lungenentzündungen.

Unabhängig von der Ursache der Erkrankung kann das erkrankte Lungengewebe keinen Sauerstoff mehr aufnehmen. Sind große Teile der Lunge von der Entzündung betroffen, entsteht dadurch ein Sauerstoffmangel – in späteren Stadien erkennbar an einer bläulichen Verfärbung von Lippen und Haut.

Nicht immer ohne Komplikationen

Meist ist eine Lungenentzündung bei vorher gesunden Kindern nach 1–3 Wochen ohne Folgen wieder vorbei. Selten einmal greift die Lungenentzündung auf die Pleura (= Brustfell) über, welche die Lunge wie eine Hülle umgibt. Leitbeschwerde der daraus resultierenden Pleuritis (= Brustfellentzündung) sind Schmerzen bei der Atmung. Das entzündete Brustfell sondert oft Sekret ab, das sich nun zwischen Brustwand und Lunge ansammelt (= Pleuraerguss) und die Entzündung noch weiter unterhält. Ganz selten kann sich auch einmal Eiter in der Lunge abkapseln (= Lungenabszess).

Sind bei einer Lungenentzündung große Teile der Lunge befallen, so können vor allem bei Babys die Atemnot und der Sauerstoffmangel so stark werden, dass die Kinder über einen kleinen Nasenschlauch Sauerstoff erhalten oder gar im Krankenhaus beatmet werden müssen. Deshalb werden schwerer erkrankte Kinder bei einer Lungenentzündung zur besseren Beobachtung am besten ins Krankenhaus aufgenommen.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:19 Uhr )