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Hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 08:47 Uhr
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Hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Im Gegensatz zum zu niedrigen Blutdruck ist der zu hohe Blutdruck (= arterielle Hypertonie) bei Kindern mit einer Häufigkeit von rund 2 % und bei Jugendlichen mit rund 6 % eher selten. Wie bei Erwachsenen gilt auch bei Kindern: Hoher Blutdruck tut nicht weh, ist aber durch seine Folgen gefährlich.

Leitbeschwerden

  • Überwiegend keine Beschwerden, gelegentlich Kopfschmerzen. Daher meist zufälliges Erkennen eines Bluthochdrucks, z. B. beim Blutdruckmessen im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung
  • Möglicherweise Zeichen einer bestehenden Grunderkrankung, z. B. einer Nierenerkrankung

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Bei Ihrem Kind ein erhöhter Blutdruck festgestellt wird.

Sofort, wenn

  • Ihr Kind (heftige) Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Krampfanfälle bekommt oder abnorm unruhig oder schläfrig wird – der Blutdruck könnte dann entgleist sein.

Das Wichtigste aus der Medizin

Woher kommt ein erhöhter Blutdruck?

Bei Kindern bis etwa zehn Jahren ist ein erhöhter Blutdruck zu etwa 90 % auf andere Organerkrankungen zurückzuführen, wie beispielsweise Erkrankungen der Nieren, angeborene Gefäßfehlbildungen (insbesondere eine Verengung der Aorta kurz hinter dem Abgang der Armarterien oder eine Nierenarterienverengung) oder Tumoren, die blutdruckerhöhende Hormone produzieren. Diese Form des erhöhten Blutdrucks heißt sekundärer Bluthochdruck. Hier bestehen häufig weitere Krankheitszeichen.

Bei etwa 10 % der Kinder mit einem erhöhten Blutdruck lässt sich jedoch trotz gründlicher Untersuchung keine Ursache finden. Der Mediziner spricht von einem primären Bluthochdruck oder essentiellen Bluthochdruck. Hier führen äußere Faktoren, insbesondere Übergewicht und hoher Salzkonsum, auf dem Boden einer ererbten Veranlagung zum Anstieg des Blutdrucks. Mit dem Jugendalter nimmt diese Form des Bluthochdrucks rapide zu, bis sich schließlich im Erwachsenenalter das Verhältnis zwischen sekundären und essentiellen Formen umgekehrt hat.

Auch manche Medikamente können einen Bluthochdruck hervorrufen. Selten einmal ist übermäßiger Lakritzkonsum die Ursache – hierzu ist aber rund ein Pfund Lakritz pro Tag notwendig.

Kinder und Jugendliche mit einem essentiellen Bluthochdruck sind häufig übergewichtig, und oft haben andere Familienmitglieder ebenfalls einen Bluthochdruck. Der erhöhte Blutdruck ist hier nur die Spitze des Eisbergs und zeigt eine tief greifende Gesundheitsstörung an.

Wieso ist ein zu hoher Blutdruck so gefährlich?

Ständig unter zu hohem Druck zu stehen, vertragen die Arterien auf Dauer nicht: Ein erhöhter Blutdruck beschleunigt die ArterioskleroseArterienverkalkung«) und schädigt so indirekt alle Organe. Die Folgen sind typische Zivilisationskrankheiten, wie beispielsweise die koronare Herzkrankheit mit dem Extremfall Herzinfarkt oder Schädigungen der gehirnversorgenden Gefäße mit der Schwerstform Schlaganfall. Hat ein Kind Bluthochdruck, treten diese Erkrankungen nicht erst im Rentenalter auf, sondern drohen bereits im frühen oder mittleren Erwachsenenalter!

Der hohe Blutdruck belastet auch das Herz, das mehr Kraft aufwenden muss als bei normalem Blutdruck, um das Blut durch die Gefäße zu pumpen. Menschen mit Bluthochdruck entwickeln deshalb häufiger und früher eine Herzschwäche Herzerkrankungen).


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Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:42 Uhr )