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Gehirnentzündung (Enzephalitis)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:46 Uhr
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Gehirnentzündung (Enzephalitis)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Bei einer Gehirnentzündung (= Enzephalitis) haben Viren, sehr selten auch Bakterien, zu einer Entzündung des Gehirns geführt. Meist sind die Hirnhäute mitbefallen, so dass es sich streng genommen um eine Meningoenzephalitis handelt, die Hirnbeteiligung steht jedoch ganz im Vordergrund.

Leitbeschwerden

  • Verhaltens- und Bewusstseinsveränderungen, z. B. Reizbarkeit, Verwirrtheit, zunehmende Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit
  • Neurologische Ausfälle, z. B. Lähmungen
  • Zerebrale Anfälle
  • Möglicherweise vorbestehender Infekt (grippale Beschwerden, Fieber)

Wann zum Arzt

Sofort, wenn

  • Sie eines oder mehrere der oben aufgeführten Zeichen bei Ihrem Kind beobachten.

Das Wichtigste aus der Medizin

Wie entsteht die Gehirnentzündung?

Häufigste Ursache einer Gehirnentzündung sind Virusinfektionen, etwa durch Herpes-, Masern-, Mumps-, Grippe-, FSME- oder Coxsackie-Viren. Bei den meisten Menschen machen diese Erreger nur harmlose, grippeähnliche Beschwerden. Nur bei eine Minderzahl befallen die Erreger auch das Gehirn. Besonders gefährlich ist die Enzephalitis durch Herpes-Viren, mit denen sich ein Kind im Geburtskanal anstecken kann. Die Mutter merkt dabei den Befall nicht immer (dies ist der Grund, weshalb Schwangere auf dieses Virus getestet werden).

Die Viren können zum einen mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen und die Nervenzellen direkt schädigen. Bei anderen Viren schädigen nicht die Viren selbst, sondern »fehlgeleitete« Abwehrreaktionen des Körpers das Gehirn (para- oder postinfektiöse Enzephalitis).

Unterschiedliche Verläufe

Eine Gehirnentzündung verläuft je nach Erreger und Abwehrlage des Kindes sehr unterschiedlich. Sehr milde Verläufe können sich allein durch Schläfrigkeit zeigen. Sie werden wahrscheinlich oftmals gar nicht erkannt und heilen von selbst ohne Folgen aus. Andere Formen hingegen, etwa die Herpes-Enzephalitis, verlaufen sehr ernst und hinterlassen oft Dauerschäden wie Entwicklungsstörungen, Lähmungen oder eine Epilepsie.


Das macht der Arzt

 

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Aktualisiert ( Montag, den 09. Februar 2015 um 14:10 Uhr )