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Entzündung des äußeren Gehörganges

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:35 Uhr
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Entzündung des äußeren Gehörganges
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Eine Entzündung des äußeren Gehörganges (= Otitis externa) ist eine häufige und bisweilen schmerzhafte, glücklicherweise aber in aller Regel kurz dauernde und harmlose Angelegenheit.

Leitbeschwerden

  • Heftiger Juckreiz (das Kind kann dem Drang zu kratzen kaum widerstehen), gefolgt von
  • Schmerzen, die bei Druck auf den Tragus (Knorpel vorne am Ohr) oder Zug am Ohrläppchen zunehmen
  • Oft sichtbare Schwellung und Rötung des äußeren Gehörganges
  • Möglicherweise (übel riechendes) Ohrenlaufen
  • Möglicherweise Schwerhörigkeit (durch Zuschwellen des äußeren Gehörganges)

Wann zum Arzt

Am folgenden Tag, wenn

  • Ein Ohr Ihres Kindes zunehmend und andauernd juckt.

Das Wichtigste aus der Medizin

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Das äußere Ohr beim Kleinkind. Der Tragus ist normalerweise nicht druckempfindlich. Dies ändert sich bei einer Mittelohrentzündung oder bei einer Entzündung des Gehörgangs: Drückt man jetzt mit dem Finger darauf (versucht also den Gehörgang damit zu verschließen), so zeigt das Kind deutliche Schmerzen.
[AMR]

Bei Kindern wird eine Entzündung des äußeren Gehörganges am häufigsten durch Bakterien hervorgerufen. Kleine Verletzungen, wie sie etwa bei einer »Ohrreinigung« mit Wattestäbchen oder Fremdkörpern im Ohr vorkommen, reichen als Eintrittspforte aus. Im Sommer spielt Baden eine große Rolle, weshalb der Volksmund hier vom Schwimmerohr spricht. Das Wasser weicht dabei die Gehörgangshaut auf und erleichtert Bakterien so das Eindringen, und insbesondere unsauberes Wasser enthält auch reichlich Krankheitskeime.

Übermäßige Produktion von Ohrenschmalz begünstigt ebenfalls die Entstehung einer Gehörgangsentzündung.

Pilze spielen als Erreger vor allem dann eine Rolle, wenn der Gehörgang ständig feucht ist (z. B. bei Ohrenlaufen) oder die Haut durch bestimmte Hauterkrankungen (etwa ein Ekzem oder eine Allergie) vorgeschädigt ist.

Viren sind im Kindesalter selten Ursache einer Gehörgangsentzündung. Am ehesten kommt noch bei älteren, oft abwehrgeschwächten Kindern eine »Gürtelrose« des Ohres (= Zoster oticus) in Betracht, wobei die typischen Bläschen meist von außen sichtbar sind. Das Kind fühlt sich krank und klagt mehr über Schmerzen als über Juckreiz. Aufgrund der Krankheitsentstehung ist ein Zoster oticus nur bei solchen Kindern möglich, die vorher irgendwann einmal Windpocken gehabt haben.

Auch Allergien oder nicht-allergische Unverträglichkeitsreaktionen können zu einer Gehörgangsentzündung führen, etwa auf Seife, Haarspray, andere Kosmetika oder die Passstücke von Kopfhörern oder Hörgeräten. Allergien auf Ohrschmuck hingegen nehmen ihren Ursprung von der Ohrmuschel und breiten sich von dort auf den Gehörgangseingang aus.

Selten: Übergreifen auf die Nachbarschaft

Eine Gehörgangsentzündung kann sowohl auf die Ohrmuschel als auch auf das Mittelohr übergreifen, im letzteren Fall also eine eitrige Mittelohrentzündung auslösen. Eine weitere Ausbreitung der Entzündung ist bei Kindern sehr selten.


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Aktualisiert ( Montag, den 09. Februar 2015 um 13:49 Uhr )