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Akne, Mitesser, Papel

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 13:01 Uhr
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Akne, Mitesser, Papel
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Häufigkeit: Häufigkeit 5 von 5: Weit verbreitet

Eine Akne kann zwar in jedem Lebensalter auftreten, von Bedeutung ist sie jedoch vor allem in der Pubertät: Die Akne ist die häufigste Hauterkrankung des Jugendlichen, und rechnet man milde Formen mit, so bleibt kaum einer von ihr verschont. Jungen sind meist schwerer betroffen als Mädchen.

Zu einem Problem wird die Akne meist aus psychischen Gründen. Die Jugendlichen, ohnehin mit sich selbst und der Welt uneins, leiden oft sehr unter den Hautveränderungen – und müssen in ihrem Leid ernst genommen werden, auch wenn dieses von außen nicht immer ganz nachvollziehbar ist.

Leitbeschwerden

  • Mitesser (Komedonen), die sich zu Pickeln (Papulopusteln) entzünden können
  • Auftreten vor allem im Gesicht (besonders an Stirn, Wangen und Kinn), im Dekolleté und am oberen Rücken

Wann zum Arzt

In den nächsten 1–2 Wochen, wenn

  • Die Akne Ihres Teenagers unter Selbsthilfemaßnahmen nicht innerhalb von 2 bis 3 Monaten besser wird.

In den nächsten Tagen, wenn

  • Ihr Kind außerhalb der Pubertät Akne bekommt.

Das Wichtigste aus der Medizin

Wieso plagt die Akne so viele Jugendliche?

In der Pubertät steigt insbesondere bei Jungen, geringer aber auch bei Mädchen, die Produktion männlicher Geschlechtshormone (= Androgene).

Dadurch werden die Talgdrüsen, die an den Haaren sitzen und durch ihr Sekret die Haut geschmeidig halten, zu verstärkter Talgsekretion angeregt (= Seborrhö). Wie stark die Talgdrüsen auf die männlichen Geschlechtshormone »ansprechen«, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Gleichzeitig kommt es, ebenfalls anlagebedingt, zu einer stärkeren Verhornung der Talgdrüsenausführungsgänge, so dass sich der reichlich produzierte Talg und Horn anstauen – ein weißer Mitesser ist entstanden.

Durch Pigmenteinlagerungen (nicht durch Dreck) verwandelt sich dieser dann zu einem Mitesser mit schwarzem Punkt in der Mitte (schwarzer Mitesser). Schließlich besiedeln Bakterien (vor allem Propionibacterium acnes) die Talgdrüse, der Mitesser entzündet sich und wird zum Pickel oder Eiterpickel (Papel bzw. Papulopustel).

Welche Schweregrade gibt es?

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In der Pubertät kann schon eine leichte Akne wie hier bei einem 16-jährigen Mädchen zu erheblichen Selbstzweifeln und Identitätskrisen führen. Auch wenn Sie die Hautprobleme Ihres Kindes nicht als störend empfinden – erinnern Sie sich an Ihre eigene Pubertät und helfen Sie Ihrem Kind, sein Hautproblem aktiv anzugehen und selbstbewusst durchzustehen.
[ISP]

Bei den meisten Jugendlichen bestehen nur Mitesser (= Acne comedonica) oder Mitesser und Pickel nebeneinander (= Acne papulopustulosa). Diese Formen heilen in aller Regel im jungen Erwachsenenalter aus.

Glücklicherweise selten ist die Schwerstform, die Acne conglobata, bei der sich zahlreiche Riesenmitesser und Abszesse bilden und die auffällige Narben hinterlässt. Betroffen sind vor allem Jungen.

Auch außerhalb der Pubertät?

Zweithäufigste Form nach der Pubertätsakne ist die Neugeborenenakne, die durch die mütterlichen Hormone bedingt ist und innerhalb weniger Wochen von selbst abklingt.

Außerhalb dieser Phasen ist eine Akne selten und sollte daher vom Arzt abgeklärt werden. Beispielsweise können kindliche Hormonstörungen, Chemikalien, aber auch bestimmte Medikamente, wie etwa Kortison oder Vitamin-B-Präparate, zu einer Akne führen.


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Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 13:37 Uhr )