Akne, Mitesser, Papel
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 13:01 Uhr
Eine Akne kann zwar in jedem Lebensalter auftreten, von Bedeutung ist sie jedoch vor allem in der Pubertät: Die Akne ist die häufigste Hauterkrankung des Jugendlichen, und rechnet man milde Formen mit, so bleibt kaum einer von ihr verschont. Jungen sind meist schwerer betroffen als Mädchen. Zu einem Problem wird die Akne meist aus psychischen Gründen. Die Jugendlichen, ohnehin mit sich selbst und der Welt uneins, leiden oft sehr unter den Hautveränderungen – und müssen in ihrem Leid ernst genommen werden, auch wenn dieses von außen nicht immer ganz nachvollziehbar ist. Leitbeschwerden
Wann zum ArztIn den nächsten 1–2 Wochen, wenn
In den nächsten Tagen, wenn
Das Wichtigste aus der MedizinWieso plagt die Akne so viele Jugendliche?In der Pubertät steigt insbesondere bei Jungen, geringer aber auch bei Mädchen, die Produktion männlicher Geschlechtshormone (= Androgene). Dadurch werden die Talgdrüsen, die an den Haaren sitzen und durch ihr Sekret die Haut geschmeidig halten, zu verstärkter Talgsekretion angeregt (= Seborrhö). Wie stark die Talgdrüsen auf die männlichen Geschlechtshormone »ansprechen«, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Gleichzeitig kommt es, ebenfalls anlagebedingt, zu einer stärkeren Verhornung der Talgdrüsenausführungsgänge, so dass sich der reichlich produzierte Talg und Horn anstauen – ein weißer Mitesser ist entstanden. Durch Pigmenteinlagerungen (nicht durch Dreck) verwandelt sich dieser dann zu einem Mitesser mit schwarzem Punkt in der Mitte (schwarzer Mitesser). Schließlich besiedeln Bakterien (vor allem Propionibacterium acnes) die Talgdrüse, der Mitesser entzündet sich und wird zum Pickel oder Eiterpickel (Papel bzw. Papulopustel). Welche Schweregrade gibt es? In der Pubertät kann schon eine leichte Akne wie hier bei einem 16-jährigen Mädchen zu erheblichen Selbstzweifeln und Identitätskrisen führen. Auch wenn Sie die Hautprobleme Ihres Kindes nicht als störend empfinden – erinnern Sie sich an Ihre eigene Pubertät und helfen Sie Ihrem Kind, sein Hautproblem aktiv anzugehen und selbstbewusst durchzustehen. [MAU] Bei den meisten Jugendlichen bestehen nur Mitesser (= Acne comedonica) oder Mitesser und Pickel nebeneinander (= Acne papulopustulosa). Diese Formen heilen in aller Regel im jungen Erwachsenenalter aus. Glücklicherweise selten ist die Schwerstform, die Acne conglobata, bei der sich zahlreiche Riesenmitesser und Abszesse bilden und die auffällige Narben hinterlässt. Betroffen sind vor allem Jungen. Auch außerhalb der Pubertät?Zweithäufigste Form nach der Pubertätsakne ist die Neugeborenenakne, die durch die mütterlichen Hormone bedingt ist und innerhalb weniger Wochen von selbst abklingt (Näheres). Außerhalb dieser Phasen ist eine Akne selten und sollte daher vom Arzt abgeklärt werden. Beispielsweise können kindliche Hormonstörungen, Chemikalien, aber auch bestimmte Medikamente, wie etwa Kortison oder Vitamin-B-Präparate, zu einer Akne führen. Das macht der ArztDie typische Akne bei einem Jugendlichen ist eine »Blickdiagnose« und erfordert keine weiteren Untersuchungen. Entsprechend der Akneentstehung greift die ärztliche Behandlung an mehreren Punkten an, wobei sie bei leichteren Akneformen kaum von der Selbsthilfe zu trennen ist, da die dabei angewendeten Präparate auch frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Behandlung je nach Schweregrad
Verschlechterung möglichZu Beginn der Behandlung kann es zu einem »Aufblühen« der Akne kommen – ohne Warnung schmeißt Ihr Teenager mit einem wütenden »Jetzt seh ich noch schlimmer aus als vorher« alles in den Müll und nimmt von da an keine Ratschläge mehr an. Daher sollten Sie Ihren Sprössling diesbezüglich vorwarnen und ihn darauf vorbereiten, dass es Wochen, manchmal sogar Monate dauert, bis eine Besserung sichtbar wird, dass aber Geduld schließlich (fast) immer belohnt wird. Die Verschlechterung zu Beginn kann oftmals durch anfängliche Anwendung des Präparates nur alle zwei Tage weitgehend abgefangen werden. Manche Jugendliche beginnen die Behandlung auch lieber mit den nächsten Ferien. So helfen Sie Ihrem KindIhnen selbst mag es ein Trost sein, dass Akne sich irgendwann auswächst – Ihr Teenager wird diesem Argument nichts abgewinnen können. Und vermeiden Sie Begriffe wie »unreine Haut« – mit »Reinheit« oder »Unreinheit« hat Akne nichts zu tun. Für die tägliche Hautpflege am besten geeignet sind entfettende Syndets, wie etwa Eubos®. Möchte Ihr Teenager die Mitesser und Pickel tags abdecken oder Make-up verwenden, sollten Sie eine Kosmetikerin nach geeigneten Präparaten fragen, da fettige Kosmetika die Mitesser fördern. Das bei vielen Teenagern beliebte »Ausdrücken« schadet eher, denn die entzündungsverursachenden Substanzen werden durch unsachgemäßes Quetschen nur tiefer ins Gewebe gepresst – das Risiko von Entzündungen und damit Narbenbildungen steigt. Eine Entfernung der Mitesser durch eine Kosmetikerin kann aber sinnvoll sein. Ein altes Hausmittel gegen Akne ist Hefe, entweder als frische Bäckerhefe (die heute leider auch viele Zusatzstoffe enthält) oder als Fertigpräparat (z. B. Levurinetten®). Zum Thema Ernährung: Die Behauptung, dass Akne durch fetthaltige oder zuckerhaltige Nahrungsmittel gefördert wird, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Dass Schokolade und Chips nicht gesund sind, ist bekannt, die Akne hat auf diesem Schlachtfeld jedoch nichts zu tun. Sonnenlicht wirkt erfahrungsgemäß günstig, was sich auch daran zeigt, dass Akne im Sommer oft besser und im Winter eher schlechter wird. Möglichkeiten der NaturheilkundeAuch die Naturheilkunde bietet kein Patentrezept gegen Akne – die Empfehlungen reichen von A-Vitaminen über Blutreinigungstees (Schachtelhalm und Brennnessel), Kamille und Salbei bis hin zu Zink, innerlich wie äußerlich. Kleiebäder, Kamilledampfbäder und Heilerdeanwendungen können am ehesten die schulmedizinische Behandlung unterstützen.
Aktualisiert ( Mittwoch, den 15. April 2009 um 11:02 Uhr )
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