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Masern (Morbilli) - Das Wichtigste aus der Medizin

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 10:38 Uhr
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Masern (Morbilli)
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Das Wichtigste aus der Medizin

Masernausschlag mit zusammenfließenden Flecken.
Typischer Masernausschlag. In späteren Stadien der Erkrankung sind die einzelnen Flecken fast völlig zusammengeflossen und rot-braun.
[AMR]

Was ist die Ursache der Masern?

Die Masern werden durch das Masern-Virus hervorgerufen, das hoch ansteckend ist und durch Tröpfcheninfektion übertragen wird.

Die Masern bekommt man nur einmal – die durchgemachte Erkrankung hinterlässt lebenslange Immunität.

Häufig: Masern-Krupp, Mittelohr- und Lungenentzündung

Nicht immer sind die Masern nur lästig: Ungefähr 1 % der Kinder bekommt einen Masern-Krupp mit einer Kehlkopfentzündung, der aber meist milde verläuft. Ungefähr genauso häufig ist eine Mittelohrentzündung, die ebenfalls meist ohne Folgeschäden abheilt.

Dritte Komplikation im Ein-Prozentbereich ist eine Lungenentzündung. Früh einsetzende Lungenentzündungen sind meist durch die Masern-Viren selbst bedingt, später auftretende hingegen durch Bakterien, die auf der geschädigten Schleimhaut leichtes Spiel haben.

Sehr selten, aber gefährlich: masernbedingte Gehirnentzündung (Masernenzephalitis)

Etwa eines von 5000 an Masern erkrankten Kindern entwickelt eine masernbedingte Gehirnentzündung (Masernenzephalitis), die sich durch Krämpfe, Bewusstseinsstörungen und verschiedenste Ausfälle zeigt. Leider bleiben nach einer Masernenzephalitis bei rund jedem vierten Kind Dauerschäden am Gehirn zurück, bei schätzungsweise jedem sechsten Kind verläuft die Enzephalitis sogar tödlich.

Extrem seltene Spätkomplikation der Masern ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (= SSPE), eine chronische Entzündung des Gehirns, die 5–10 Jahre nach durchgemachter Erkrankung auftritt und nach 1–3 Jahren immer tödlich ist.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 11:49 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München