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"Gelbsucht" - Das macht der Arzt

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Sch├Ąffler
Montag, den 15. Juni 2009 um 07:27 Uhr
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Das macht der Arzt

Vermutet der Arzt, dass es sich um eine krankhafte Form der Gelbsucht handeln k├Ânnte, so bestimmt er das Bilirubin durch einen Bluttest. Dies macht aber nur bei auff├Ąlligen Verl├Ąufen einen Sinn. Als Routineuntersuchung bei allen »gelben« Babys wird der Test nicht empfohlen – schlie├člich ist er immer auch mit einem Pieks f├╝r das Baby verbunden, das in den ersten Tagen schon genug auszuhalten hat.

Zeigt die Messung einen sehr hohen Wert, so k├Ânnen weitere Bluttests die Ursache nachweisen, etwa einen zu raschen Blutabbau oder eine Sepsis.

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Eine babyfreundliche Alternative f├╝r Kinder mit behandlungsbed├╝rftiger Gelbsucht: die »Lichtdecke«. Die Decke wird wie ein Strampler angezogen und bescheint ├╝ber winzige Glasfiberfasern die darunter liegende Haut. Die Haut kann nun das dort eingelagerte Bilirubin in wasserl├Âs­liche Formen um­wandeln, die ├╝ber den Urin ausgeschieden werden.
[RHO]

Ab einem bestimmten Grenzwert beginnt der Arzt zur Sicherheit eine so genannte Phototherapie – dazu wird das Baby nackt unter besondere Leuchtr├Âhren gelegt. Das von diesen Leuchtr├Âhren vorzugsweise ausgesandte Licht blauer Wellenl├Ąngen sorgt daf├╝r, dass das Bilirubin in der Haut des Babys so ver├Ąndert wird, dass es mit dem Urin ausgeschieden werden kann (es muss also nicht ├╝ber die Leber entsorgt werden).

Als Alternative kann das Baby auch in spezielle Decken mit eingewobenen lichtleitenden Fasern eingepackt werden. Die Fasern kommen alle aus einem B├╝ndel, das an eine Kaltlichtquelle angeschlossen ist. Mit Hilfe dieser neuen Technologie kann die Phototherapie heute auch zu Hause durchgef├╝hrt werden.

Nur ganz selten, n├Ąmlich bei schweren Formen der Blutgruppenunvertr├Ąglichkeit, muss der Arzt im Krankenhaus Blutaustauschtrans-fusionen veranlassen. Hier wird ein Teil des Blutes durch vertr├Ągliches Fremdblut ersetzt, um so den weiteren Anstieg des Bilirubins zu stoppen.



Aktualisiert ( Montag, den 06. Juli 2009 um 10:53 Uhr )