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Nabel- und Leistenbruch - Das Wichtigste aus der Medizin

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 09:59 Uhr
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Nabel- und Leistenbruch
Das Wichtigste aus der Medizin
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Das Wichtigste aus der Medizin

Unsere Bauchwand hält die Baucheingeweide in jeder Lebenslage »in Position«. Ist sie an einer bestimmten Stelle besonders dünn oder geschwächt, so können Darmanteile an dieser Schwachstelle (genannt Bruchpforte) durch die Bauchwand treten und sich nach außen vorwölben – vor allem dann, wenn der Druck im Bauchraum hoch ist, etwa beim Schreien, Husten, Niesen oder Pressen.

Bei Säuglingen, die ja ihre Bauchmuskeln in den ersten Monaten noch nicht richtig trainieren, ist die Bauchwandschwäche praktisch vorprogrammiert: Besonders die Bauchmitte, in der später die strammen Bauchlängsmuskeln verlaufen, ist noch ziemlich dünn, so dass die Lücke, an der vor der Geburt die Nabelschnurgefäße durchgetreten sind, noch nicht recht von außen »zusammengehalten« werden kann.

Kleiner Junge mit Leistenbruch
Sechsjähriger Junge mit Leistenbruch auf der rechten Seite, durch die schwarzen Pfeile verdeutlicht.
[RKL]

Zweite Schwachstelle ist der Leistenkanal, durch den die Hoden des Jungen ihren Weg von der Bauchhöhle in den Hodensack nehmen und durch den auch der Samenstrang verläuft. Während der Leistenkanal bei Mädchen durch ein bindegewebiges Band weitgehend verschlossen ist, bleibt er beim Jungen noch lange zumindest teilweise offen – manchmal auch dann noch, wenn der Hoden längst im Hodensack angekommen ist. Deshalb neigen Jungs zum einen dazu, dass sich Körperwasser aus der Bauchhöhle im Hoden ansammelt (Hodenwasserbruch), und sie haben auch wesentlich häufiger Leistenbrüche als Mädchen. Leistenbrüche können bei Jungen bis in den Hodensack, bei Mädchen bis zu den Schamlippen reichen.

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Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:56 Uhr )