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Asthma bronchiale bei Kindern - Das Wichtigste aus der Medizin

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 14:32 Uhr
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Asthma bronchiale bei Kindern
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Das Wichtigste aus der Medizin

Wie kommt es zum Asthma?

Beim Asthma bronchiale besteht eine chronische (= lang anhaltende) Entzündung der Bronchialschleimhaut. Zugrunde liegt in vielen Fällen eine Fehlsteuerung des Immunsystems, das unsinnigerweise gegen normale Bestandteile der Umwelt (wie etwa Bestandteile von Staub oder Blütenpollen) mit einer Abwehrreaktion reagiert.

Neben diesem »allergischen Asthma« kommen jedoch auch andere, nicht-allergische Formen vor.

Bronchus: Von gesundem Kind und von Asthmakind
Bronchus des gesunden Kindes und Bronchus eines Asthmakindes beim Asthmaanfall. Gleich drei Veränderungen erschweren das Ein- und (mehr noch) das Ausatmen: die Produktion eines dicken, zähflüssigen Schleimes, die muskuläre Verengung des Bronchus und die entzündliche Verdickung der Schleimhaut.
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Was passiert beim Asthmaanfall?

Durch die Entzündung schwillt die Schleimhaut der Bronchien an, und die Schleimhautdrüsen produzieren zu viel zähen Schleim. Zudem sind die feinen Muskeln in der Bronchialwand wegen der Entzündung viel empfindlicher und krampfen sich leicht zusammen (sog. bronchiale Überempfindlichkeit oder bronchiale Hyperreagibilität). Alle drei Mechanismen führen dazu, dass sich die Bronchien verengen. Dies hat vor allem eine erschwerte Ausatmung zur Folge: Die Lunge wird zunehmend überbläht, bis das Kind schließlich kaum mehr atmen kann.

Auslöser

Welche Faktoren einen akuten Asthmaanfall auslösen können, ist unterschiedlich und auch abhängig vom Alter des Kindes:

Bei Kleinkindern stehen Infekte an erster Stelle der Auslöser (sog. Infektasthma), gefolgt von Allergien, z. B. gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tiere (mehr zu Auslöser von Allergien). Bei Schulkindern rutschen die Infekte auf den zweiten Platz, dafür rücken Allergien in den Vordergrund. Entsprechend häufig finden sich andere allergische Erkrankungen bei den betroffenen Kindern oder ihren Familien.

Da die Bronchien bei allen Asthmakranken überempfindlich sind und zu Muskelverkrampfungen neigen, reagieren Asthmatiker aller Altersgruppen aber nicht nur auf Infekte oder Allergene, sondern auch auf unspezifische Reize, wie etwa körperliche Anstrengung, starke Düfte (Parfüm), kalte Luft oder psychische Faktoren (auch Angst vor einem Anfall). Eine bedeutende Rolle kommt auch der Luftverschmutzung zu, sowohl der durch Straßenverkehr und Industrieabgase als auch der »selbst gemachten« durch Rauchen.

Psychische Stresssituationen können ein Asthma verstärken, als alleinige Auslöser werden sie aber überbewertet. Asthmatiker sind weder psychisch labiler als andere Kinder noch haben sie eine »typische Persönlichkeitsstruktur«.

Verlauf und Prognose

Prinzipiell kann ein Asthma in jedem Lebensalter erstmalig auftreten, besonders häufig ist dies aber im 2.–4. Lebensjahr der Fall. Für die meisten Kleinkinder ist Asthma glücklicherweise eine vorübergehende Diagnose. Im Einzelfall kann die Dauer nicht vorhergesagt werden. Statistisch gesehen wachsen vor allem Kinder, die schon in den ersten drei Lebensjahren ein Asthma entwickeln, eher aus ihrem Asthma heraus als solche, die ein Asthma im Schulalter oder der Pubertät entwicklen. Auch hält sich ein »Infektasthma« meist weniger hartnäckig als ein allergisches Asthma.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:20 Uhr )