Haut- und Nagelpilz
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 13:14 Uhr
Bedenkt man, dass Pilze in unserer Umwelt allgegenwärtig sind, so sind Erkrankungen durch Pilze verhältnismäßig selten. Am häufigsten von allen Organen ist die Haut von Pilzinfektionen betroffen. Es sind vor allem zwei Gruppen von Pilzen, die zu Pilzinfektionen der Haut und Schleimhäute führen:
Leitbeschwerden
Nicht selten hat ein Kind mehrere Hautpilzherde: Dieses siebenjährige Mädchen hat einen verhältnismäßig neuen Herd am linken Schlüsselbein zum Brustbein hin und einen älteren Herd an der rechten Schulter.
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Wann zum Arzt
Typisch für den Kopfpilz: der Haarausfall. Gut zu sehen sind hier auch die Knötchen und die Vergröberung der Haut, die später oft in eine Schuppung übergeht.
[TEP]In den nächsten Tagen, wenn
Am nächsten Tag, wenn
Das Wichtigste aus der MedizinWie entstehen Pilzerkrankungen?
Pilzerkrankungen der Haut sind zwar lästig und manchmal auch langwierig, aber für ansonsten gesunde Kinder harmlos. Der Hautpilz beginnt mit einem Herd aus kleinen roten Knötchen, der langsam größer wird und dabei in der Mitte abblasst, so dass er später eine Ringform annimmt. Charakteristisch ist die Schuppenkrause am Rand des Herdes. Die Herde jucken meist sehr, so dass ein Hautpilz manchmal erst dadurch auffällt, dass sich das Kind ständig kratzt.
[TEP]Von den Fadenpilzen – den Hauptverursachern des Haut- und Nagelpilzes – gibt es zahlreiche Arten; einige leben in der unbelebten Umwelt (vor allem in der Erde) und gelangen von dort auf den Menschen, andere haben ihre Dauerlagerstätte auf Haustieren (vor allem Katzen), und eine dritte Gruppe besiedelt vorzugsweise den Menschen. Der Fuß- und der Nagelpilz – Letzterer befällt zu 80 % die Zehennägel – wird meist durch Barfußlaufen auf Teppichböden oder feuchten Fußböden z. B. in Schwimmbädern übertragen. Die Ansteckungskraft dieser Pilze ist aber gering – um sich »anzustecken«, müssen deshalb begünstigende Faktoren vorliegen, etwa ständig feuchte Füße z. B. durch schlechtes Abtrocknen, vermehrtes Schwitzen, luftundurchlässiges Schuhwerk oder kleine Hautverletzungen. Anders sieht es bei Pilzerkrankungen der übrigen Haut oder des behaarten Kopfes aus, die gerade bei Kindern deutlich häufiger sind als bei Erwachsenen. Wie ansteckend sie sind, hängt von der genauen Pilzart ab, die jedoch aus der Art der Hautveränderungen nicht ersichtlich ist. Gerade hinter einem Kopfhautpilz steckt oft der ansteckende Microsporum canis, der immer wieder zu kleinen Epidemien – als so genannte Microsporie – in Kindergärten oder Schulen führt. Hier sollten Sie also schnell einen Arzt aufsuchen, zumal ein unbehandelter Kopfhautpilz auch zu bleibendem Haarausfall führen kann. Vom typischen Soor abgesehen, sind Hefepilze eher selten die Ursache eines Hautpilzes. Das macht der ArztZur Diagnosesicherung entnimmt der Arzt möglicherweise Hautschuppen oder einzelne Haare, untersucht sie unter dem Mikroskop und legt eine Kultur an. Zeigt die Untersuchung unter dem Mikroskop Pilze, braucht aber das erst 2–3 Wochen später vorliegende Ergebnis der Kultur nicht abgewartet werden, die Behandlung kann sofort beginnen und wird dann je nach Kulturergebnis möglicherweise modifiziert. Ist nur die Haut betroffen, reicht in aller Regel ein Antimykotikum (= gegen Pilze gerichtetes Medikament) zum Auftragen auf die Haut aus. Zunehmend gelangen dabei sog. Breitbandantimykotika zum Einsatz, die gegen Fadenpilze und Hefen wirken. Wichtig ist, dass Sie die Behandlung über den gesamten vom Arzt verordneten Zeitraum durchführen. Typischerweise verschwinden die Beschwerden früher als der Pilz, so dass es bei vorzeitigem Behandlungsende zu einem Rückfall kommen kann. Ein gering ausgeprägter Nagelpilz kann heute vielfach ohne Entfernung des Nagels durch längeres Auftragen spezieller Nagellacke behandelt werden. Die Behandlung mit einem Nagellack hat nur Sinn, wenn sie konsequent erfolgt: Der Nagel muss vor dem Lackieren möglichst heiß gebadet und dann die verdickten Nagelpartien so weit wie möglich abgeschabt oder anderswie abgetragen werden, damit der Lack an die noch lebenden Stellen gelangen kann. Bei ausgeprägtem Nagelpilz (bei Kindern sehr selten) muss das Kind ein Pilzmittel schlucken, da der Wirkstoff »von innen« am besten in den befallenen Nagel gelangt. Manchmal muss der Nagel auch keilförmig oder in Gänze entfernt werden. Sonderfall KopfpilzEtwas langwieriger ist die Behandlung eines Kopfhautpilzes. Hier muss der Pilz von außen und von innen bekämpft werden, meist über mehrere Wochen. Kinder »holen« sich die Erreger des Kopfhautpilzes nicht selten von Haustieren, insbesondere von Katzen. Hat Ihr Kind Probleme mit einem Kopfpilz, sollten Haustiere daher vom Tierarzt auf Pilzbefall untersucht und ggf. behandelt werden, damit Ihr Kind nicht immer wieder Pilzerkrankungen bekommt. Häufig verwendete AntimykotikaZur äußerlichen Anwendung:
Zum Schlucken:
So helfen Sie Ihrem KindDas Einhalten bestimmter Hygieneregeln hilft, eine Erkrankung weiterer Familienmitglieder und Rückfälle zu vermeiden:
Ihr Kind kann weiter in Schule oder Kindergarten gehen – mit Beginn einer wirksamen Behandlung lässt die Ansteckungsfähigkeit auch bei dem ansteckenden Kopfhautpilz schnell nach. Bei massivem oder nässendem Befall sollten Sie vorher den Arzt fragen. Möglichkeiten der NaturheilkundeUnterstützend wirkt bei Fußpilz eine Salbe mit Ringelblumenextrakt. Ist die Haut zwischen den Zehen aufgeweicht, kann ein Fußbad mit Zusatz von Eichenrindenextrakt durch seinen Gerbstoffgehalt das Austrocknen beschleunigen. Gut gegen Hautpilze wirken die Öl-Essenzen von Lavendel, Rosmarin und Thymian. Die entsprechenden Öle werden 1 : 1 mit Olivenöl verdünnt und auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Auch Knoblauchöl hat antimykotische Wirkungen. Es kann selbst hergestellt werden, indem eine Knolle fein geschnitten und mit einer halben Tasse Olivenöl übergossen wird. Man lässt das Ganze drei Tage mit einer Untertasse bedeckt an einem warmen, sonnigen Ort stehen und seiht das Öl dann ab.
Aktualisiert ( Donnerstag, den 19. November 2009 um 10:00 Uhr )
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