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Keuchhusten (Stickhusten, Pertussis)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Häufigkeit: Häufigkeit 2 von 5: Eher selten

Der Keuchhusten (= Stickhusten, Pertussis) ist eine akute, langwierige und insbesondere für Säuglinge auch gefährliche Infektionskrankheit.

Der typische Verlauf mit dem namengebenden, heftigen Keuchen am Ende des Hustenanfalls tritt dabei vor allem bei Kindern im Kindergarten- und frühen Schulalter auf. Noch vor 10–15 Jahren war der Keuchhusten im deutschsprachigen Raum recht häufig, da die damals verfügbare Impfung schlecht verträglich war und deshalb viele Eltern ihre Kinder nicht impfen ließen. Seit Einführung einer besser verträglichen Impfung ist die Erkrankung deutlich seltener geworden.

Leitbeschwerden

Bei älteren Kindern

  • Zuerst katarrhalisches Stadium mit laufender Nase (»Katarrh«), uncharakteristischem Husten und leichtem Fieber über 1–2 Wochen
  • Dann ca. 4 Wochen währendes Stadium der Hustenkrämpfe (konvulsives Stadium) mit vor allem nachts oft halbstündlichen oder stündlichen Hustenanfällen: stakkatoförmige (abgehackte) Hustenstöße mit Atemnot und möglicherweise bläulicher Verfärbung der Haut, beendet von einer »juchzenden« Einatmung (»Aufziehen«, Reprise). Nach 1- bis 2-maliger Wiederholung unter Würgen Aushusten von farblosem zähen Schleim, dabei oft Erbrechen. Durch das heftige Husten möglicherweise Hautblutungen am Kopf, Nasenbluten und Blutungen an den Augenbindehäuten
  • Im dritten Stadium, dem Erholungsstadium (Rekonvaleszenzstadium), langsames Abklingen des Hustens über Wochen

Bei Babys

  • Uncharakteristischer Husten, Niesen
  • Atemstörungen, besonders Atempausen

Inkubationszeit 7–21 Tage

Ansteckend von Beginn der Beschwerden über 4–5 Wochen bzw. bis 3–4 Tage nach Beginn der Antibiotikabehandlung

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Die »Erkältung« Ihres Kindes nach einer Woche immer noch nicht weg ist, sondern der Husten schlimmer wird.

Heute noch, wenn

  • Ihr Kind (älter als ein Jahr) Beschwerden hat, die zu Keuchhusten passen.

Sofort den Arzt rufen, wenn

  • Sie befürchten, dass Ihr Baby Keuchhusten haben könnte.
  • Ihr Kind schwere Atemnot hat oder blau wird.

Das Wichtigste aus der Medizin

Wie holt man sich Keuchhusten?

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Beim Keuchhusten müssen manche Kinder so stark husten, dass die feinen Äderchen in der Bindehaut des Auges platzen – das Blut sammelt sich dann unter der durchsichtigen Bindehaut an. Doch so dramatisch es aussieht – innerhalb weniger Wochen bilden sich die Blutergüsse folgenlos zurück.
[DGK]

Erreger des Keuchhustens ist das Bakterium Bordetella pertussis, das nur in den Atemwegen wachsen kann. Beim Husten wird es durch Tröpfchen verteilt und dann durch direktes Einatmen der Tröpfchen oder über die Hände weitergegeben.

Am ansteckendsten ist dabei das erste, uncharakteristische Stadium, das oftmals als »normale« Erkältung fehlgedeutet wird. Weitere wichtige Ansteckungsquellen sind Erwachsene, bei denen die Diagnose oft ebenfalls nicht gestellt wird: Bei ihnen verläuft der Keuchhusten nämlich häufig ohne die typischen Hustenanfälle als »schwerer und hartnäckiger« Husten.

Obwohl der eigentliche Keuchhusten nur durch das oben genannte Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst wird, können mehrere andere kindliche Infektionskrankheiten ähnlich wie ein Keuchhusten verlaufen, z. B. die durch Parapertussis-Bakterien, Adeno-Viren oder RS-Viren ausgelösten Luftwegsinfekte (z.B. Bronchitis, Lungenentzündung).

Woher kommen die Hustenanfälle?

Das Bakterium produziert ein Toxin (= Giftstoff), das mit dem Blut ins Gehirn gelangt und dort die Hustenanfälle auslöst.

Wieso ist der Keuchhusten für Säuglinge besonders gefährlich?

Bei Säuglingen wirkt das Toxin anders: Sie bekommen nicht die typischen (und warnenden) Hustenanfälle, sondern stattdessen akut lebensbedrohliche Atempausen. Deshalb müssen Säuglinge unter sechs Monaten mit Keuchhusten stets im Krankenhaus bleiben und werden mit Hilfe eines Monitors überwacht.

Warnhinweis:

Für Keuchhusten gibt es keinen »Nestschutz«, da die Abwehrstoffe der Mutter nicht auf das Kind übergehen. Neugeborene können sich daher ab der Geburt anstecken!

Häufig: Mittelohr- oder Lungenentzündung

Häufigste Komplikationen des Keuchhustens bei älteren Kindern sind eine Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung. Ernste Gehirnschäden durch Sauerstoffmangel sind vor allem bei Babys unter sechs Monaten möglich, aber heute selten.


Das macht der Arzt

 

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