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Ringelröteln (Erythema infectiosum)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Häufigkeit: Häufigkeit 2 von 5: Eher selten

Die Ringelröteln (= Erythema infectiosum) gehören zu den eher seltenen Infektionskrankheiten, können aber unter Schulkindern gelegentlich zu kleineren Epidemien führen. In aller Regel verlaufen die Ringelröteln harmlos, Bedeutung erlangen sie aber dadurch, dass Infektionen in der Schwangerschaft das Ungeborene schädigen können.

Leitbeschwerden

  • Möglicherweise eine Woche nach Ansteckung leichtes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen
  • Dann Beschwerdefreiheit
  • Hautausschlag, der an beiden Wangen beginnt (dadurch schmetterlingsförmiges Aussehen) und sich nach 1–4 Tagen unter Ausbildung des typischen girlandenförmigen Musters auf den übrigen Körper ausbreitet, vor allem auf die Streckseiten der Arme und Beine. Bestehen des Ausschlags mit zwischenzeitlichem Verschwinden bis zu mehreren Wochen

Inkubationszeit ca. 18 Tage bis zum Auftreten des Hautausschlags

Ansteckend wahrscheinlich ab unmittelbar nach Ansteckung bis zum Auftreten des Ausschlags

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Sie bei Ihrem Kind einen auf Ringelröteln verdächtigen Hautausschlag beobachten.

Das Wichtigste aus der Medizin

Ringelröteln: Beginn mit schmetterlingsförmiger Rötung beider Wangen.
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Der Ausschlag bei Ringelröteln beginnt typischerweise mit einer schmetterlingsförmigen Rötung beider Wangen, bevor er auf den Körper übergreift. Der typische »geringelte«, girlandenförmige Ausschlag ist meist deutlich zu erkennen.
[oben: TEP; unten: AMR]

Was ist der Erreger der Ringelröteln?

Erreger der Ringelröteln ist das Parvo-Virus B 19. Übertragen wird es wahrscheinlich über Tröpfchen, dies ist aber noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Das Virus befällt vor allem die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen im Knochenmark. Die meisten Infektionen machen aber kaum oder gar keine Beschwerden und bleiben unbemerkt.

Möglich: Gelenkbeteiligung

Hauptsächliches Krankheitsanzeichen, falls Beschwerden auftreten, ist bei den meisten Kindern der Hautausschlag. Bei weniger als 10 % der Kinder kommt es zu begleitenden Gelenkentzündungen, die sich vor allem durch Schmerzen an den kleinen Gelenken zeigen; diese sind aber harmlos und hinterlassen keine Folgeschäden.

Ernste Komplikationen bei Ringelröteln sind sehr selten und betreffen vor allem Kinder mit bestimmten Formen einer Blutarmut, wie etwa der Sichelzellenanämie. Hier können die – sowieso schon knappen – Blutkörperchen wegen des Virusbefalls nicht mehr schnell genug ersetzt werden. Als Folge verschlimmert sich die Blutarmut.

Gefährdet: Das Ungeborene

Gefährlicher sind die Ringelröteln für Ungeborene: Da die Erkrankung eher selten ist, haben nur rund die Hälfte aller Schwangeren die Erkrankung gehabt. Eine Impfung gibt es nicht – schätzungsweise 50 % aller Schwangeren sind somit ungeschützt. Bei einer Infektion in der Schwangerschaft kann sich das Ungeborene anstecken und eine Blutarmut bekommen, die letztendlich zur Fehl- oder Totgeburt führen kann.

Schwangere mit Ringelröteln werden daher wöchentlich vom Gynäkologen mittels Ultraschall untersucht, damit bei einer Blutarmut des Ungeborenen noch vor der Geburt eine Bluttransfusion durchgeführt werden kann.


Das macht der Arzt

 

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