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Stomatitis aphthosa (Mundfäule)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Häufigkeit: Häufigkeit 2 von 5: Eher selten

Die Stomatitis aphthosa (= Mundfäule, Gingivostomatitis herpetica) ist eine fieberhafte Infektionskrankheit mit schmerzhaften Geschwüren im Mund. Am häufigsten tritt die Stomatitis aphthosa bei Kleinkindern auf.

Bei ansonsten gesunden Kindern ist die Erkrankung zwar unangenehm, in aller Regel aber in einer Woche bis zehn Tagen wieder vorüber.

Leitbeschwerden

  • Hohes Fieber (oft plötzlich einsetzend), beeinträchigtes Allgemeinbefinden
  • Innerhalb von Stunden aufschießende Bläschen der Mundschleimhaut und der Zunge, die platzen, so dass schmerzhafte, weißlich belegte Geschwüre entstehen (Aphthen)
  • Übler Mundgeruch (daher die Bezeichnung Mundfäule)
  • Geschwollene Lymphknoten am Kieferwinkel und am Hals
  • Nahrungsverweigerung (aufgrund der Schmerzen beim Essen)
  • Möglicherweise Erbrechen

Inkubationszeit 2–12 Tage

Ansteckend mehrere Tage vor »Aufblühen« der Bläschen bis zur Abheilung

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Sie vermuten, dass Ihr Kind eine Stomatitis aphthosa hat.

Heute noch, wenn

  • Ihr Kind mit hohem Fieber wegen der Geschwüre im Mund nichts mehr trinkt.

Sofort, wenn

  • Sie bei Ihrem Kind mit Abwehrschwäche eine Stomatitis aphthosa vermuten.
  • Ihr Kind mit Stomatitis aphthosa Anzeichen der Austrocknung zeigt.
  • Ihr Kind mit Stomatitis aphthosa Atembeschwerden oder Krämpfe bekommt, verwirrt oder teilnahmslos wird oder seine Haut sich gelb verfärbt.

Das Wichtigste aus der Medizin

Stomatitis, Mundaphthe oder Mundfäule
In diesem Stadium ist noch nicht zu erkennen, ob es sich bei dem kleinen Geschwür am Gaumen um eine einzelne Mundaphthe handelt oder ob sich daraus eine Mundfäule mit vielen Bläschen entwickelt (mehr zu Lippenbläschen bei Mundfäule). Das Befinden des Kindes ist da schon aufschlussreicher: Kinder mit Mundfäule haben oft hohes Fieber und fühlen sich miserabel.
[CDC]

Woher kommt die Stomatitis aphthosa?

Die Stomatitis aphthosa wird hervorgerufen durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1, das durch direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektion übertragen wird (mehr zu Viren der Herpes-Gruppe). Das Virus ist in der Bevölkerung so weit verbreitet, dass die meisten Menschen schon im Kleinkindalter mit dem Virus in Kontakt kommen: Bereits 80 % aller Zweijährigen haben Abwehrstoffe gegen das Herpes-simplex-Virus im Blut, d. h. eine Herpes-Infektion durchgemacht. Meist setzt sich der Organismus völlig unbemerkt mit dem Virus auseinander. Nur verhältnismäßig selten kommt es dabei zu einer Erkrankung, vor allem der Stomatitis aphthosa. Andere durch Herpes-simplex-Viren Typ 1 bedingte Erkrankungen sind extrem selten, aber oft schwerwiegend, insbesondere die Herpes-Gehirnentzündung.

Risikokinder

Für die meisten Kinder ist die Stomatitis aphthosa zwar ausgesprochen unangenehm, aber nicht gefährlich. Bei Kindern mit Abwehrschwäche allerdings (etwa Leukämiekinder oder Kinder, die abwehrschwächende Medikamente einnehmen) können die inneren Organe befallen werden mit der Folge einer Lungen- oder Leberentzündung oder – besonders gefürchtet – einer Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung. Auch Kinder mit Neurodermitis sind durch eine Übertragung des auslösenden Virus auf die vorgeschädigte Haut gefährdet, sie können dann ein schweres Herpesekzem entwickeln.

Später: Herpes-Bläschen

Auch wenn die Mundfäule längst vorüber ist, sind die Herpes-Viren bei vielen Menschen noch nicht endgültig besiegt. Bei nicht wenigen ziehen sich die Viren ein Stück weit entlang der Nervenbahnen zurück, um dann später als Lippenbläschen oderFieberbläschen immer wieder lästig zu werden (Details zu Herpesbläschen).


Das macht der Arzt

 

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