Netzathleten Partner
Beitragsseiten
Borreliose (Lyme-Krankheit)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
Alle Seiten
Häufigkeit: Häufigkeit 3 von 5: Mittelhäufig

Nach wie vor weniger bekannt als die Frühsommermeningoenzephalitis , ist die Borreliose (= Lyme-Krankheit ) in Wirklichkeit die häufigere der beiden in Mitteleuropa bedeutsamen zeckenübertragenen Erkrankungen: Weltweit auftretend, sind in Mitteleuropa regional unterschiedlich bis zu 50 % der Zecken mit dem Erreger infiziert! Am häufigsten tritt die Borreliose im Sommer und Frühherbst auf.

Leitbeschwerden

  • Ungefähr 1–4 Wochen nach dem Biss Hauterscheinungen, vor allem eine Rötung um den Zeckenbiss, die sich um die ehemalige Bissstelle kreisförmig ausbreitet, dabei innen abblasst und sich evtl. dort auch leicht schuppt ( Wanderröte oder Erythema chronicum migrans ). Die Röte breitet sich oft über Wochen weiter aus. Möglicherweise gleichzeitig uncharakteristische Beschwerden, etwa Müdigkeit, Muskelschmerzen oder leichtes Fieber. Nach etwa 2–3 Wochen gehen die Beschwerden von selbst wieder weg, und auch die Rötung bildet sich allmählich zurück
  • Ab ca. 4 Wochen nach dem Biss Nervenborreliose (= Neuroborreliose ) mit Kopfschmerzen, Zeichen der Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung und Gesichtslähmung. In diesem Stadium häufig auch Gelenkentzündung (= Lyme-Arthritis ), vor allem der Knie- oder Fußgelenke, meist einseitig
  • Ab dem Jugendalter ist zudem eine Herzbeteiligung möglich mit Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündung

Inkubationszeit 1–4 Wochen (bis zum Auftreten der Wanderröte, die allerdings fehlen kann)

Nicht ansteckend von Mensch zu Mensch, Übertragung nur durch Zecken

Wann zum Arzt

Heute noch, wenn

  • Ihr Kind eine Hautrötung um einen (früheren) Zeckenbiss bekommt.

Sofort, wenn

  • Ihr Kind eine Gesichtshälfte nicht mehr bewegen kann.
  • Ihr Kind starke Kopfschmerzen oder einen steifen Nacken bekommt, verwirrt, teilnahmslos oder ohnmächtig wird.
  • Ihr Kind Herzstolpern oder Herzrasen bekommt.

Das Wichtigste aus der Medizin

Kopfhaut mit Zecke
Kopfhaut mit Zecke
Es sieht martialisch aus, wie sich eine Zecke in die Haut bohrt. In der Praxis oft entscheidend ist die rechtzeitige Entfernung der Zecken aus der Haut. Dazu sind Zeckenzangen aus Plastik ein einfaches, aber effektives Hilfsmittel (Näheres zur Zeckenentfernung ).
[li: ASL ; re: OTW ]

Woher kommt die Borreliose?

Verursacht wird die Borreliose durch das spiralförmige Bakterium Borrelia burgdorferi , das vor allem in größeren Wildtieren (wie etwa Rehen) lebt, aber z. B. auch in Hunden, Katzen und Mäusen. Die Zecken nehmen die Bakterien beim Saugen mit dem Blut eines solchen Tieres auf und übertragen sie dann durch nachfolgende Bisse auf den Menschen.

Stadienhafter Verlauf

  • Die Bakterien dringen zunächst in die Haut ein, wo sie die typische Wanderröte (Erythema chronicum migrans) hervorrufen können (aber nicht müssen). Erst später gelangen die Borrelien ins Blut und führen dann bei ca. 10–20 % der Betroffenen zu den verschiedensten Beschwerden vor allem des Nervensystems und der Gelenke sowie ab der Pubertät auch des Herzens.

Die Erscheinungen müssen nicht alle auftreten, jede Erscheinung kann auch fehlen!

Hohe Dunkelziffer

Bei weitem nicht alle, die durch einen Zeckenbiss mit Borrelien in Kontakt gekommen sind, erkranken auch. Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade Kinder nicht selten Antikörper (= fertige Abwehrstoffe) gegen Borrelien im Blut haben, ohne jemals verdächtige Beschwerden gehabt zu haben. Außerdem verläuft die Borreliose bei Kindern durchschnittlich leichter als bei Erwachsenen.


Das macht der Arzt

 

» Hier weiterlesen