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Wurmerkrankungen
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Wurmerkrankungen sind in Mitteleuropa infolge des gemäßigten Klimas und der guten hygienischen Bedingungen selten. Am weitesten verbreitet, aber harmlos, sind die Madenwürmer (= Oxyuren), vereinzelt kommen auch Spulwürmer (= Askariden) und einige Bandwürmer (= Zestoden) vor. Die übrigen Wurmarten sind fast ausschließlich unerwünschte »Mitbringsel« von Reisen in ferne Länder.

Leitbeschwerden

  • Bei Madenwürmern vor allem nächtlicher Juckreiz in der Analgegend mit gestörtem Nachtschlaf, möglicherweise Hautveränderungen in der Analgegend und bei Mädchen Entzündung der Scheidenregion. Im Stuhl etwa 1 cm lange, weißliche, fadenförmige Würmer
  • Bei Spulwürmern Husten (dies hängt mit der Entwicklung der Würmer zusammen), später Übelkeit und Bauchschmerzen sowie Durchfälle. Im Stuhl bis zu 40 cm lange, regenwurmähnliche Würmer
  • Bei Bandwürmern uncharakteristische Bauchbeschwerden und Gewichtsabnahme trotz ausreichenden Essens. Bei Rinder- und Schweinebandwurm maximal 2 cm große, bandnudelartige Bandwurmglieder im Stuhl

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Sie vermuten, dass Ihr Kind Würmer hat.

Das Wichtigste aus der Medizin

Wie holt man sich Würmer?

Wie sich der Mensch mit Würmern ansteckt, ist unterschiedlich und abhängig von der Fortpflanzungsart der jeweiligen Wurmart.

Bei Madenwürmern wandern die im Darm infizierter Menschen lebenden Weibchen nachts zur Analöffnung und legen dort ihre Eier ab. Durch Kratzen (infolge des Juckreizes) gelangen die Wurmeier an die Finger und von dort in den Mund des Kindes. Von den Fingern können die Eier aber auch auf Spielzeugen oder Lebensmitteln landen und von dort auf Familienmitglieder oder Spielkameraden übertragen werden.

Spulwürmer leben ebenfalls im Darm infizierter Menschen. Die von den Weibchen gelegten Eier werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Sie brauchen dann aber im Gegensatz zu den Madenwurmeiern einige Zeit (mehrere Wochen), bis sie ansteckend sind. Der Mensch steckt sich deshalb vor allem durch Erde und durch mit Fäkalien gedüngte und unzureichend gereinigte Salate und Gemüse an. Die so aufgenommenen Eier bzw. Larven verlassen den Darm und dringen über die Blutbahn in die Lungen und Atemwege ein, von wo aus sie schließlich wieder hochgehustet und verschluckt werden. Nach dieser Larvenwanderung reifen die Würmer schließlich im Darm vollends aus.

Beim Rinder- und Schweinebandwurm werden die eierhaltigen Bandwurmglieder ausgeschieden und von Rindern bzw. Schweinen gefressen. Wie bei den Spulwürmern dringen die ausgeschlüpften Larven (sog. Finnen) in die Blutbahn vor. Hauptansteckungsquelle für den Menschen ist mit Finnen verseuchtes rohes oder halbrohes Rinder- oder Schweinefleisch.

Auch der Hund und der Fuchs können dem Menschen einen Bandwurm »anhängen« (Hundebandwurm bzw. Fuchsbandwurm), und zwar über die mit dem Kot ausgeschiedenen Eier. Bei diesen beiden Bandwurmarten können sich im Körper des Menschen abgekapselte Zysten bilden, vor allem in Leber und Lunge.

Sind Würmer gefährlich?

Meist sind Würmer lästig und unangenehm, aber nicht gefährlich. Ausnahmen sind ein massiver Spulwurmbefall, bei dem Wurmknäuel bis zum Darmverschluss führen können, und die oben erwähnte Zystenbildung bei Bandwürmern. Beides ist allerdings sehr selten.


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