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Schiefhals (Torticollis) - Das Wichtigste aus der Medizin

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 12:26 Uhr
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Schiefhals (Torticollis)
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Das Wichtigste aus der Medizin

Die Bezeichnung Schiefhals ist rein beschreibend – über die Ursache sagt sie gar nichts.

Angeborener Schiefhals

Häufigste Ursache des angeborenen Schiefhalses ist eine einseitige bindegewebige Verkürzung des seitlich am Hals gelegenen Kopfnickermuskels (= M. sternocleidomastoideus). Die Ursache dieses muskulären Schiefhalses ist unbekannt, möglicherweise liegen ungünstige äußere Faktoren wie wenig Platz in der Gebärmutter oder Verletzungen des Muskels unter der Geburt zugrunde. Das Baby neigt den Kopf zur kranken Seite und dreht ihn gleichzeitig zur gesunden. Auffällig ist, dass die Kinder nicht selten auch eine Hüftdysplasie haben. Sehr viel seltener liegen einem angeborenen Schiefhals Fehlbildungen der Halswirbelsäule oder anderer Knochen zugrunde (= knöcherner Schiefhals).

Erworbener Schiefhals

Der erworbene Schiefhals ist am häufigsten durch Muskelverspannungen bedingt, z. B. erwacht das Kind morgens und kann den Hals nur noch unter Schmerzen bewegen.

Sehr seltene Ursachen des erworbenen Schiefhalses sind rheumatische Erkrankungen mit Befall der Halswirbelsäule, Entzündungen im Bereich von Rachen, Ohr oder Hals oder Augenmuskellähmungen (die Kopfschiefhaltung soll hier Doppelbilder vermeiden). Auch Verletzungen der Halswirbelsäule können zu einem Schiefhals führen.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 13:31 Uhr )