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Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 12:30 Uhr
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Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung)
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Bei der Skoliose (= Wirbelsäulenverkrümmung) ist die Wirbelsäule zur Seite hin gebogen und gleichzeitig verdreht. Skoliosen können in jedem Alter entstehen, am häufigsten werden sie aber in der frühen Pubertät erstmalig entdeckt. Mädchen sind dreimal häufiger betroffen als Jungen.

Leitbeschwerden

  • Meist (zunächst) keine Beschwerden des Kindes
  • Beim Blick von vorne und aufrecht stehendem Kind Schultern verschieden hoch, Taillendreiecke (d. h. der Raum zwischen herabhängenden Armen und Körper) asymmetrisch
  • Beim Blick von hinten auf das vornübergebeugte Kind rechte und linke Brustkorbhälfte ungleich hoch (sogenannter Rippenbuckel)

Wann zum Arzt

In den nächsten 2–4 Wochen, wenn

  • Sie eines der oben aufgeführten Merkmale bei Ihrem Kind beobachten.

Das Wichtigste aus der Medizin

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Die gesunde Wirbelsäule ist von der Seite betrachtet leicht S-förmig gebogen. Dabei gibt es wie bei praktisch allem am Menschen eine gewisse Spannbreite – ab wann genau also eine Haltungsschwäche bzw. Fehlhaltung und später vielleicht sogar eine Wirbelsäulenfehlform vorliegt (links und Mitte) ist nicht immer klar zu entscheiden. Hingegen ist die Wirbelsäule beim Blick von hinten normalerweise gerade, jede Seitendifferenz sollte hier Anlass zur Vorstellung beim Arzt sein.
[GRA]

Woher kommt eine Skoliose?

Bei ungefähr 90 % der Kinder kann der Arzt keine Ursache für die Skoliose feststellen. Bei ungefähr 10 % ist eine Grunderkrankung nachweisbar, z. B. Wirbelfehlbildungen, Lähmungen, Entzündungen, ein Morbus Scheuermann oder ein Muskelschwund.

Abzugrenzen: Skoliotische Fehlhaltung

Von einer Skoliose spricht der Mediziner nur dann, wenn die Seitverbiegung der Wirbelsäule »fixiert« ist, das heißt wenn die Wirbelsäule weder durch aktive Bewegung des Kindes noch durch passive Krafteinwirkung von außen in die normale Lage zurückzubringen ist. Ist die Seitverbiegung hingegen (noch) korrigierbar, liegt eine skoliotische Fehlhaltung vor.

Eine skoliotische Fehlhaltung ist beispielsweise Folge einer Beinlängendifferenz. Bei gar nicht so wenigen Menschen sind die Beine ungleich lang, wobei auch hier meist keine Ursache nachweisbar ist. Um den daraus resultierenden Beckenschiefstand auszugleichen, verbiegt sich die Wirbelsäule etwas zur Seite. Wird die Beinlängendifferenz durch eine Absatzerhöhung ausgeglichen, kehrt die Wirbelsäule von selbst zur Mitte zurück.

Warum behandeln?

Eine Skoliose bereitet dem Kind zunächst keine Beschwerden. Behandlungs- oder zumindest kontrollbedürftig ist sie aber trotzdem, denn Skoliosen verschlechtern sich typischerweise während des weiteren Wachstums, und zwar besonders drastisch während der Pubertät. Hierdurch können ästhetische und damit psychische Probleme entstehen, in Extremfällen kann auch der Brustkorb so zusammengedrückt werden, dass sich im Erwachsenenalter Lungen- und Herzprobleme entwickeln.


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Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 13:31 Uhr )