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Medikamente geben - Tipps zur Einnahme

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 03. Juni 2009 um 12:53 Uhr
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Tipps zur Einnahme

Wenn Medikamente sein müssen, dann sollten sie also konsequent und richtig angewandt werden:

In der richtigen Dosierung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie lieber den Apotheker oder rufen Sie den Arzt noch einmal an. Und aus guten Gründen richtet sich der Arzt mit seiner Verordnung nicht immer nach den Angaben des Beipackzettels!

Im richtigen Abstand. Der Abstand zwischen den Dosen sollte möglichst gleichmäßig sein, am wichtigsten ist also, keine
Einnahme zu vergessen. Hier kann manchmal eine einfache, auf die Packung oder das Flaschenetikett gekritzelte Strichliste helfen, z. B. bei drei Tagesdosen: erste Dosis Strich, zweite Dosis Strich daneben, dritte Dosis Strich quer durch und am nächsten Tag wieder von vorne.

Abgestimmt mit den Mahlzeiten. Ob ein Medikament vor, zu oder nach einer Mahlzeit genommen wird, ist zwar nur in Ausnahmefällen für die Wirksamkeit entscheidend, sehr wohl aber für die Verträglichkeit. Die entsprechenden Hinweise bekommen Sie vom Apotheker, dem Arzt oder dem Beipackzettel.

Ausreichend lange. Es ist nur schwer einzusehen, dass ein Kind auch dann noch seine Medizin nehmen muss, wenn es eigentlich schon wieder gesund aussieht. Dennoch müssen gerade Antibiotika auch dann noch genommen werden, wenn sich die Entzündung schon beruhigt hat, um auch die letzten Herde noch zu »erwischen« – erklären Sie Ihrem Kindergarten- oder Schulkind, dass auch Feuerwehrleute bei einem Brand auch dann noch das Wasser für eine gewisse Zeit laufen lassen, wenn keine Flammen mehr zu sehen sind.

Leider sind manche Eltern davon überzeugt, die Medizin müsse so lange gegeben werden, »bis das Fläschchen aus ist«. Dies stimmt nicht. Besonders bei Antibiotika haben sich heute für viele Krankheiten kürzere Behandlungszeiten durchgesetzt, und leider ist dies dem Beipackzettel oft nicht zu entnehmen. Im Zweifelsfall also die Praxis anrufen und mit dem Arzt reden (die Sprechstundenhelferinnen können Ihnen in dieser Frage nur bedingt Auskunft geben).



Aktualisiert ( Montag, den 27. Februar 2012 um 16:50 Uhr )