Inhalationen
Donnerstag, den 04. Juni 2009 um 07:33 Uhr
Dampfbäder – auch Inhalationen genannt – helfen vor allem zur Schleimlösung bei Erkältungen, Nebenhöhlenentzündungen und bei der Bronchitis. Die Durchführung ist denkbar einfach: Heißes (bis Schulalter) oder kochendes (ab Schulalter) Wasser in eine große, standfeste Schüssel kippen, einen gestrichenen Esslöffel Salz pro zwei Liter Wasser dazugeben und umrühren. Den Kopf jetzt so über die Schüssel beugen, dass der aufsteigende Dampf eingeatmet werden kann. Ein zeltartig über den Kopf gelegtes Tuch (»Indianerzelt«, »Zirkuszelt«, je nach Laune) sorgt dafür, dass der Dampf nicht entweicht. Vorsicht: Der Wasserdampf sollte möglichst heiß sein, aber noch vertragen werden. Der aus der Schüssel aufsteigende Wasserdampf ist so heiß, dass es selbst uns Erwachsene Überwindung kostet, uns ausreichend tief über die Schüssel zu beugen. Besonders kleinere Kinder inhalieren deshalb zunächst am besten ohne »Zelt«, der Dampf ist dann nicht ganz so »konzentriert«. Grundsätzlich sollte das Kind zunächst in größerem Abstand von dem Wasserspiegel inhalieren, um dann, mit Abnahme der Temperatur, immer weiter »in die Schüssel« zu rücken. Noch immer eine gute Methode: das Inhalieren aus der Schüssel. Kleine Kinder sollten dabei allerdings auf Ihrem Schoß sitzen, damit die Schüssel keinesfalls umkippt. Für die, die ein wenig Komfort schätzen, gibt es in Apotheke oder Sanitätshaus Inhalatoren preiswert zu kaufen. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass die Inhalierflüssigkeit wirklich Dampf bildet, und dazu muss sie ausreichend heiß sein.
[ADM]Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind den Topf nicht umkippen kann – schreckliche Verbrühungen wären die Folge! Am besten nehmen Sie das kleinere Kind zu sich auf den Schoß. Eine gute (aber eben auch teurere) Alternative sind spezielle, über die Apotheke zu beziehende Inhalatoren. Sie sind standfest und verlieren, selbst wenn sie mal umkippen, die heiße Lösung nicht so leicht. Inhaliert wird bei diesen Geräten durch eine Mund-Nasen-Maske, die auch nichts von den Duftstoffen in die Augen gelangen lässt. Allerdings lassen sich mit diesen Inhalatoren nur ätherische Öle inhalieren, andere Zusätze oder Salz schädigen das Gerät. Auch ist für viele Kinder die »Indianerzelt-Methode« weniger Angst einflößend als die Inhaliermaske. Anstelle des Salzes können Sie auch pflanzliche Zusätze »verdampfen«. Hierzu verwenden Sie z. B. getrocknete Heilpflanzen, vor allem Kamille (einen Esslöffel oder zwei Teebeutel getrocknete Blüten auf einen Liter Wasser – nach 2–3 Minuten ist die Mischung inhalierfertig) oder Thymian (½ Esslöffel auf einen Liter Wasser). Eine Alternative sind die entsprechenden Pflanzenauszüge aus der Apotheke (etwa Kamillosan®). Auch ätherische Öle können mit dem Wasser »verdampft« werden – auch in den käuflichen Inhalationshilfen: Für kleinere Kinder am besten geeignet sind Thymian-, Salbei- und Lavendelöl, da sie die Schleimhäute praktisch nicht reizen. Bei älteren Kindern kommen auch Latschenkiefernöl, Fichtennadelöl, Kiefernnadelnöl, Edeltannennadelöl, Eukalyptusöl oder Thymianöl in Frage. Geben Sie 2–4 Tropfen auf 1–2 Liter kochendes bzw. heißes Wasser (beginnen Sie beim ersten Mal mit der niedrigeren Tropfenmenge). Menthol (auch Pfefferminz- und Minzöl), Eukalyptusöl und Kampfer dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr nicht verwendet werden, da sie Atemwegskrämpfe oder Atempausen auslösen können.
Aktualisiert ( Freitag, den 03. Juli 2009 um 14:58 Uhr )
© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München |



