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Zöliakie (Glutenallergie)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 10:11 Uhr
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Zöliakie (Glutenallergie)
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Häufigkeit: Häufigkeit 2 von 5: Eher selten

Kinder mit einer Zöliakie vertragen das in vielen Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht und entwickeln hierauf eine chronische Verdauungsstörung mit allen ihren Folgen. Zugrunde liegt eine Autoimmunreaktion. Mit einer Häufigkeit von etwa 0,5 % ist die Zöliakie nicht so selten. In etwa 10% sind auch andere Familienangehörige betroffen.

Durch neue Labortests werden zunehmend auch milde Formen erkannt, so dass die Häufigkeit sozusagen »fortschrittsbedingt« ansteigt.

Leitbeschwerden

  • Chronische (= lang andauernde) Verdauungsstörung mit teilweise übel riechenden, fett-glänzenden Durchfällen, Blähungen mit vorgewölbtem »Blähbauch« (der »dicke« Bauch steht in auffälligem Gegensatz zu den dünnen Beinchen) und besonders bei Babys Erbrechen
  • Gewichtsabnahme, Minderwuchs
  • Blässe (infolge Blutarmut durch Eisenmangel)
  • Oft psychische Labilität, missmutiger Gesichtsausdruck, Reizbarkeit
  • Beginn der Beschwerden ungefähr 1 bis 6 Monate nach Beginn der Getreidefütterung (z. B. im Brei)
  • Auch wenig dramatische Verläufe mit Appetitlosigkeit und Verstopfung kommen vor

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Sie die obigen Beschwerden bei Ihrem Kind (über längere Zeit, also über Wochen) beobachten.

Das Wichtigste aus der Medizin

Woher kommt die Zöliakie?

Die Zöliakie ist teilweise anlagebedingt. Der Glutenbestandteil Gliadin löst bei empfänglichen Kindern dann eine »falsche« Abwehrreaktion (mehr zu Autoimmunerkrankungen) gegen die Dünndarmschleimhaut aus.

Was passiert bei der Zöliakie?

Die fehlgeleitete Abwehrreaktion zerstört die feinen Ausstülpungen der Dünndarmschleimhaut, die Zotten, welche die Nährstoffe aus dem Darm ins Blut aufnehmen. Infolgedessen passiert die Nahrung ungenutzt den Darm, was einerseits zu den Durchfällen und Blähungen und andererseits zu den Gedeihstörungen und anderen Mangelerscheinungen führt.

Dabei müssen nicht alle der oben aufgeführten Krankheitszeichen auftreten. Gar nicht so selten fällt eine Zöliakie z. B. erst bei der Abklärung eines Minderwuchses auf. Durch verbesserte Diagnosemöglichkeiten werden heute auch Kinder mit milden Formen erkannt.


Das macht der Arzt

 

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Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:59 Uhr )