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Hintergrundwissen Blut, Abwehr und bösartige Erkrankungen - Wissenswert

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 09:04 Uhr
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Hintergrundwissen Blut, Abwehr und bösartige Erkrankungen
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Wissenswert

Etwa 40 % des Blutes besteht aus Blutzellen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben:

  • Die roten Blutkörperchen (= Erythrozyten) transportieren mit Hilfe des roten Blutfarbstoffs (= Hämoglobin) den lebensnotwendigen Sauerstoff zu den Geweben.
  • Die weißen Blutkörperchen(= Leukozyten) sind ganz wesentlicher Bestandteil unseres Abwehrsystems (= Immunsystem, das Krankheitserreger und Fremdstoffe aus der Umwelt, aber auch bösartige Zellen in uns selbst unschädlich macht.
  • Die Blutplättchen (= Thrombozyten) gehören zum Gerinnungssystem, das unsere Blutgefäße bei Verletzungen abdichtet und uns so vor lebensgefährlichen Blutverlusten schützt (mehr zu Gerinnungsstörung).
8402_MKK_Blutzellen_Knochenmark.jpg
Die Blutzellen werden in den Hohlräumen des Knochenmarks gebildet und wandern von dort in die Blutgefäße. In diesem Bild sind die weißen Blutkörperchen hellblau gefärbt, die roten Blutkörperchen rot.
[MKK]

Die Blutzellen werden vor allem im Knochenmark produziert. Dort sitzen teilungsfähige Vorläuferzellen (= Stammzellen), die immer so viele Blutzellen nachbilden, dass die natürlicherweise absterbenden Blutzellen ersetzt werden können.

Der nicht aus Zellen bestehende Anteil des Blutes heißt Blutplasma und wird zum größten Teil aus Wasser gebildet. Darin gelöst sind z. B. Gerinnungsstoffe und Hormone.

Dadurch, dass Blut alle Organe erreicht:

  • Können einerseits Erkrankungen des Blutes alle Organe in Mitleidenschaft ziehen und Krankheitserreger mit dem Blut in den ganzen Körper verschleppt werden.
  • Verändert sich andererseits bei vielen Erkrankungen die Zusammensetzung des Blutes – Blutuntersuchungen sind bei vielen Erkrankungen in der Diagnostik unverzichtbar!

Normalwerte des Blutbildes

Eine der wichtigsten Blutuntersuchungen überhaupt ist die Erstellung eines Blutbildes, bei dem die unterschiedlichen Arten von Blutzellen gezählt werden.

Durch das Blutbild können nicht nur Erkrankungen des Blutes erkannt werden, es hilft auch beispielsweise bei der Einschätzung von Infektionen.

Die Zusammensetzung des Blutes schwankt je nach Alter. Die folgenden Werte gelten nach der Säuglingszeit als normal:

  • Roter Blutfarbstoff (Hb):11–15 g/Deziliter (dl) Blut
  • Weiße Blutkörperchen: 5 000–14000/Mikroliter (µl) Blut
  • Blutplättchen: 150000–350000/Mikroliter (µl) Blut


Aktualisiert ( Mittwoch, den 29. Februar 2012 um 12:03 Uhr )