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Untergewicht und Gedeihstörungen

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 11:39 Uhr
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Untergewicht und Gedeihstörungen
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Während Untergewicht und Gedeihstörungen früher (und auch heute noch in den Entwicklungsländern) Zeichen unzureichender Ernährung waren, weisen sie heute meist auf eine chronische Erkrankung hin.

Leitbeschwerden

  • Körpergewicht unter 80 % des Sollwertes oder BMI unterhalb der 3%-Kurve entsprechender Schaubilder
  • Bei längerem Bestehen Zurückbleiben des Wachstums
  • Je nach Ursache weitere Beschwerden, z. B. geblähter Bauch

Wann zum Arzt

Bei Gelegenheit, wenn

  • Ihnen Ihr Kind sehr mager erscheint, aber keine weiteren Beschwerden hat.

In den nächsten Tagen, wenn

  • Sie feststellen, dass Ihr Kind nicht nur zu dünn für seine Größe, sondern auch zu klein für sein Alter ist.
  • Das Untergewicht voranschreitet.
  • Ihr Kind weitere Krankheitszeichen hat, etwa einen aufgetriebenen Bauch oder Durchfälle.

Das Wichtigste aus der Medizin

Sehr schlanke Kinder, die gut wachsen, beschwerdefrei und leistungsfähig sind, sind gesund, auch wenn man noch so viele Rippen zählen kann.

Anders ist es bei »echtem« Untergewicht. Aufmerksam sollten Sie als Eltern immer dann werden, wenn ein früher normalgewichtiges Kind nun im Vergleich zu Altersgenossen immer leichter wird (also z. B. von der 50%-Kurve bei der letzten Vorsorgeuntersuchung zur 25%-Kurve rutscht), wenn das Kind im Wachstum zurückbleibt oder wenn Sie weitere Krankheitszeichen bei Ihrem Kind beobachten. Auch einen Säugling, der nicht zunimmt, sollten Sie baldmöglichst dem Kinderarzt vorstellen.

Teenager, vor allem Mädchen, probieren nicht selten um die Pubertät teils extreme Kostformen aus, die den Bedürfnissen des Körpers nicht gerecht werden. Im gleichen Alter kann die Magersucht beginnen.

Länger dauernde Appetitlosigkeit sollte in jedem Alter zum Nachdenken anregen, ob dem Kind vielleicht psychische Probleme »auf den Magen geschlagen« sind.

Chronische Erkrankung als Ursache

Darüber hinaus kann praktisch jede chronische Erkrankung zu Gewichtsverlust und Untergewicht führen. Hier sind nicht nur Darmerkrankungen, wie etwa die chronischen Darmentzündungen (wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn) oder die Zöliakie, zu nennen, sondern auch die Mukoviszidose, Herzfehler, lang dauernde Infektionen, Nierenfunktionsstörungen (mehr zu Erkrankungen der Niere) oder eine Schilddrüsenüberfunktion.


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Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 13:15 Uhr )