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Mumps (Parotitis epidemica) - Das Wichtigste aus der Medizin

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 10:41 Uhr
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Mumps (Parotitis epidemica)
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Das Wichtigste aus der Medizin

Abbildung der Speicheldrüsen.
Die Abbildung zeigt, wo im Mund die Speicheldrüsen liegen. Der Mumps kann prinzipiell alle Speicheldrüsen betreffen, besonders häufig aber ist die vor dem Ohr gelegene Ohrspeicheldrüse entzündet und entsprechend angeschwollen. Eine »dicke Backe« ist die Folge.
[AMR]

Wie wird Mumps übertragen?

Erreger des Mumps ist das dem Masern-Virus verwandte Mumps-Virus Es wird durch direkten Kontakt und Tröpfcheninfektion übertragen, dringt durch die Mundschleimhaut ein und gelangt mit dem Blutstrom in alle Organe. Rund ein Drittel aller Kinder setzt sich mit dem Erreger auseinander, ohne sichtbar zu erkranken. Zweiterkrankungen sind extrem selten – wer einmal Mumps gehabt hat, ist in aller Regel sein Leben lang davor geschützt.

Nicht nur die Ohrspeicheldrüse ist beteiligt

Die meisten Kinder machen den Mumps folgenlos durch. Prinzipiell ist der Mumps allerdings keine auf die Speicheldrüsen beschränkte Erkrankung – es sind sogar Verläufe ohne die typische Schwellung möglich.

Bei 1–2 % der Erkrankten kann eine, meist nur leichte, Hirnhautentzündung auftreten. Selten ist eine Gehirnentzündung. Sie verläuft deutlich ernster. Häufigste Dauerfolge der Hirnhaut- oder Gehirnbeteiligung ist eine Schwerhörigkeit.

Auch andere Drüsen sind durch das Mumps-Virus gefährdet: Bei ungefähr 30 % der Jungen nach der Pubertät entwickelt sich eine schmerzhafte Hodenentzündung, die oft beidseits verläuft und vor Einführung der Impfung die häufigste erworbene Ursache der Unfruchtbarkeit bei Männern darstellte. Verhältnismäßig häufig ist auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, die aber meist milde verläuft und sich durch Bauchschmerzen und Übelkeit bemerkbar macht. Ob Mumps eine Zuckerkrankheit begünstigen oder gar hervorrufen kann, ist strittig; die Mehrzahl der Mediziner verneint einen Zusammenhang.

Der Befall weiterer Organe (etwa eine Eierstockentzündung) ist sehr selten.



Aktualisiert ( Mittwoch, den 08. April 2009 um 10:33 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München