|
Leichte bis mäßige Gelenk- und Gliederschmerzen »Ã¼berall«
- Allgemeines Unwohlsein
- Möglicherweise Fieber
|
Infektionskrankheit, meist durch Viren, z. B. echte Grippe |
Viele vor allem virale Infektionskrankheiten können zu flüchtigen Glieder- und Gelenkschmerzen führen. Kind auf weitere Krankheitszeichen beobachten. Ansonsten nach drei Tagen zum Kinderarzt gehen |
| Gelenkschmerzen nach kurz zuvor durchgemachter Infektion (oft Magen-Darm-Infektion) |
Immunologisch bedingte Gelenkentzündung als Reaktion auf die Infektion (sog. reaktive Arthritis) |
Zum Kinderarzt gehen |
|
(Wiederholte) Gliederschmerzen
- »Tief« in den Beinen (nicht im Gelenk), beidseits oder Seiten wechselnd
- Kinder zwischen 4 und 16 Jahren
- Vor allem abends und nachts, Dauer bis zu ca. einer Stunde, oft nach viel Bewegung am Tag zuvor
- Am nächsten Morgen keinerlei Beschwerden mehr
|
Sog. Wachstumsschmerzen.
Ursache unklar (ungleiches Wachstum von Knochen, Muskeln und Nerven?) |
Kind beruhigen, Bein massieren oder Wärme anwenden, Schmerzen ansonsten aber nicht »hochspielen«. Zum Kinderarzt gehen, wenn die Schmerzen immer auf der gleichen Seite oder immer bei Anstrengung auftreten oder zusätzliche Beschwerden wie etwa Bewegungseinschränkung, Hinken oder Fieber bestehen – dann könnte eine Erkrankung dahinter stecken (siehe Text unten) |
| Gelenkschmerzen mit Hautausschlag |
|
Wenn Sie wissen, dass Ihr Kind Ringelröteln hat, brauchen Sie nicht wegen der Gelenkschmerzen zum Arzt zu gehen, sie verschwinden von selbst wieder. Ansonsten am gleichen Tag (möglichst schnell) zum Kinderarzt gehen, Kind bis dahin ruhen lassen |
- Hautausschlag girlandenförmig, Schmerzen vor allem an kleinen Gelenken, meist kein Fieber
|
|
- Dunkelrote Flecken (= Hautblutungen) vor allem an Po und Rückseiten der Beine, Schmerzen vor allem der Fußgelenke
|
|
- Hautausschlag kleinfleckig und flüchtig, hohes Fieber, Gelenkschmerzen erst später
|
|
- Schmetterlingsförmige Rötung des Gesichts, Fieber
|
|
- Hautausschlag girlandenförmig, am Rumpf beginnend, Fieber, Unwohlsein, Schmerzen an wechselnden Gelenken, möglicherweise vorher Streptokokkeninfektion
|
|
| Gelenk- oder Knochenschmerzen mit Fieber |
|
Sofort zum Kinderarzt gehen, Kind bis dahin ruhen lassen |
- Schwellung und Rötung eines Gelenks oder Knochenabschnittes, Bewegungseinschränkung
|
|
- Gelenkschmerzen von einem Gelenk zu anderen »springend«, oft Hautausschlag (→ oben)
|
|
|
Gelenk- oder Knochenschmerzen ohne Fieber
- Vorausgegangener Sturz oder Verletzung
- Schmerzen bei Bewegungen
- Eine Stelle des Knochens ist druckschmerzhaft und eventuell geschwollen
|
Knochenbruch |
Sofort zum Kinderarzt gehen, den betroffenen Körperteil bis dahin ruhen lassen |
|
Gelenkschmerzen
- Mehrere Gelenke (große oft asymmetrisch, kleine oft symmetrisch betroffen)
- Morgens steife Gelenke
|
Juvenile rheumatoide Arthritis (= kindliches Rheuma) |
Bei Kindern können beim »Rheuma« ganz andere Gelenke betroffen sein als beim Erwachsenen. Länger anhaltende Gelenkschmerzen, vor allem mit morgendlichen Anlaufschwierigkeiten, deshalb immer vom Kinderarzt abklären lassen |
|
Gelenkschmerzen
- Länger dauernde Durchfälle
|
Gelenkbeteiligung bei chronischer Darmentzündung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), selten als Immunreaktion bei bestimmten Durchfallserkrankungen (z. B. Salmonellen) |
Für die nächsten Tage Termin beim Kinderarzt ausmachen – primär muss die Darmentzündung behandelt werden |
|
Gelenkschmerzen
- Wochen bis Monate nach einem Zeckenbiss
|
Borreliose |
Für die nächsten Tage Termin beim Kinderarzt ausmachen, da bei einer Borreliose Antibiotika gegeben werden müssen |
|
Gelenk- oder Knochenschmerzen
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- Möglicherweise Blässe, Gewichtsabnahme
|
Verschiedene teils ernste
Erkrankungen, z. B. Leukämie, Knochentumoren |
In den nächsten Tagen zwecks Abklärung zum Kinderarzt gehen, wenn sich Ihr Kind über längere Zeit nicht richtig wohl fühlt und über uncharakteristische Gelenk- und Knochenschmerzen klagt |
| Rückenschmerzen |
Verschiedenste Ursachen, z. B. Verspannung, unbemerkte Verletzung, rheumatische Erkrankung, bakterielle Wirbelentzündung, Wirbelgleiten |
Bei mutmaßlichen Muskelverspannungen versuchen, ob das Kind Wärme als angenehm empfindet. Bei länger anhaltenden Beschwerden oder sichtbarem »Buckel« Termin beim Kinderarzt ausmachen, bei zunehmenden Schmerzen oder Schmerzen bei Druck auf eine Stelle der Wirbelsäule am gleichen Tag zum Arzt gehen, bei Lähmungen oder Blasen-Darm-Störungen sofort |
| Einseitige Hüft- oder Knieschmerzen |
|
Harmlose und ernstere Erkrankungen machen oft ganz ähnliche Beschwerden, daher am nächsten Tag zum Kinderarzt gehen, wenn ein Kind länger als 1–2 Tage hinkt, bei heftigen Schmerzen am gleichen Tag, bei Belastungsunfähigkeit des Beins (Kind knickt förmlich ein) sofort |
- Hinken, kein Fieber, Kindergarten- oder Grundschulkind
|
|
- Hinken, kein Fieber, Jugendlicher in der Pubertät
|
|
|
Einseitige Armschmerzen
- Nach heftigem Zug am Arm (Kind wurde beim Gehen am Arm »hinterhergezogen« oder beim Stolpern festgehalten)
- Arm hängt und wird geschont
|
Speichenköpfchensubluxation, nicht ganz korrekt auch als eine Form der Ellenbogenverrenkung bezeichnet |
Sofort zum Kinderarzt gehen. Oft kann er das Speichenköpfchen durch einfache Maßnahmen wieder in seine normale Stellung zurückbringen, bei atypischem Hergang kann eine Röntgenuntersuchung erforderlich sein |
|
Gelenk-, Glieder- oder Rückenschmerzen
|
Prellung, Zerrung, Verstauchung, Verrenkung, Knochenbruch |
Bei sichtbaren Knochen- oder Gelenkfehlstellungen oder stärkeren Rückenschmerzen sofort zum Arzt gehen. Grundregel ansonsten: Ruhigstellen, hoch lagern, kühlen, komprimieren (Druck ausüben). Bei anhaltenden Beschwerden oder Beweglichkeitseinschränkung zum Kinderarzt gehen |