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Hintergrundwissen Knochen und Muskeln - Wissenswert

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 12:23 Uhr
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Wissenswert

Der Mensch hat mehrere Hundert Knorpel und Knochen, die den Körper von innen stützen sowie innere Organe und Gehirn vor Verletzungen schützen. In ihrer Gesamtheit werden sie als Skelett bezeichnet. Das Skelett bildet zusammen mit den Skelettmuskeln den Bewegungsapparat und ermöglicht uns aktive Bewegungen.

Knochenaufbau und Knochenwachstum
Die drei hell unterlegten Bilder zeigen den Röhrenknochen eines Kindes. In der Vergrößerung links unten wird sichtbar, wie Blutgefäße von außen in den Knochen eindringen und ihn ernähren. Die obere Vergrößerung stellt das kolbig aufgetriebene Ende des Röhrenknochens dar. Der dort vorhandene Knorpel (blau) verleiht dem Knochen nicht nur Elastizität, sondern ermöglicht auch das weitere Knochenwachstum. Zum Vergleich im dunkel unterlegten Bild der Röhrenknochen eines Erwachsenen. Hier ist die Epiphysenfuge verknöchert und der Knorpelanteil bis auf den Knorpelüberzug an der Gelenkfläche verschwunden – das Wachstum ist beendet.
[GRA]

Die Knochen

Unsere Knochen sehen ganz unterschiedlich aus. Die Röhrenknochen sind lang und dünn mit aufgetriebenen Enden, andere hingegen eher kurz oder platt. Ganz außen werden die Knochen von der Knochenhaut (= Periost) überzogen – sie tut uns bei dem bekannten Tritt vors Schienbein weh. Die äußere Knochenschicht (Knochenrinde oder Kortikalis) ist massiv, im Innern des Knochens hingegen bilden zarte Knochenbälkchen das Knochengebälk (= Spongiosa). Die Bälkchen sind in Abhängigkeit von der einwirkenden Belastung genau so angeordnet, dass sie dem Knochen die erforderliche Stabilität verleihen. Dadurch ist unser Skelettsystem trotz seiner Stabilität enorm leicht. Der Hohlraum zwischen den Knochenbälkchen heißt Knochenmarkhöhle – dort werden in den größeren Knochen unsere Blutzellen vom Knochenmark gebildet.

Eine Besonderheit des kindlichen Knochens sind die Epiphysenfugen. Von dieser knorpeligen Schicht am »dicken« Ende der Knochen geht das Längenwachstum aus. Knochenbrüche in diesem Bereich sind daher bei Kindern problematisch, wenn sie zu einer Schädigung der Epiphysenfuge führen, da der Knochendann seinen »Wachstumsmotor«verliert. Mit Verknöcherung der Epiphysenfuge im Laufe der Pubertät ist das Wachstum dann unwiderruflich beendet.

Die verschiedenen Knochen sind durch Gelenke miteinander verbunden, die je nach ihrem Aufbau sehr unterschiedlich beweglich sind. Zwischen den beiden knorpeligen Gelenkflächen verbessert die sog. Gelenkflüssigkeit die Verschiebbarkeit. Die Gelenkkapsel umhüllt das Gelenk und gibt ihm zusammen mit den Bändern Halt.

Die Muskeln

Die Knochen allein würden den Menschen zwar stabil, aber nicht beweglich machen. Erst unsere Skelettmuskeln ermöglichen durch ihr Zusammenziehen (Kontraktion) die aktive Beweglichkeit.

Über Sehnen sind die Muskeln an den Knochen befestigt und können so an ihm »ziehen«. Den Befehl zum Zusammenziehen bekommen die Skelettmuskeln über die Nerven vom Gehirn.

Kinder sind von Natur aus bewegungsfreudig. Laufen und Toben gehören für sie zum Leben einfach dazu. Jede Erkrankung von Knochen und Muskeln, welche die Beweglichkeit einschränkt, beeinträchtigt sie also weit mehr als einen Erwachsenen. Außerdem sind Bewegung und Entwicklung bei Kindern unmittelbar miteinander verknüpft – auch im Bewegen entwickeln sich Kinder weiter.



Aktualisiert ( Mittwoch, den 29. Februar 2012 um 17:23 Uhr )